Nahrungs- und Genussmittel

Kraft will Cadbury feindlich übernehmen

Vor allem für Schokolade bekannt: Der Süßwarenhersteller Cadbury

Vor allem für Schokolade bekannt: Der Süßwarenhersteller Cadbury

09. November 2009 Der zweitgrößte Lebensmittelkonzern der Welt, Kraft Foods, hat ein feindliches Übernahmeangebot für das britische Unternehmen Cadbury vorgelegt, das Cadbury postwendend zurückgewiesen hat. Der amerikanische Gigant will sich den britischen Marktführer für knapp zehn Milliarden Pfund einverleiben. Cadbury, vor allem bekannt als Schokoladenhersteller, produziert auch Kaugummi und Bonbons. Kraft Foods ist bekannt für Lebensmittel wie Milka-Schokolade, Miracoli-Nudeln oder Jacobs-Kaffee.

Nachdem Kraft im September bei der Cadbury-Konzernspitze abgeblitzt war (siehe auch: Kraft Foods will Cadbury schlucken), richtete der Konzern seine Offerte wenige Stunden vor Ablauf einer Angebotsfrist am Montag direkt an die Aktionäre. Dabei besserte Kraft sein Angebot aber nicht nach. Bei einer Fusion beider Unternehmen entstünde der weltgrößte Süßwaren-Konzern mit fast 15 Prozent Marktanteil. Zusammen kämen beide Unternehmen auf einen Jahresumsatz von 50 Milliarden Dollar.

Amerikaner wollen Umsatz und Gewinn deutlich schneller steigern

„Die Transaktion würde einen starken Anbieter von Snacks, Süßwaren und Fertiggerichten schaffen mit einem außergewöhnlichen Portfolio an Kultmarken“, hatte Kraft seinen Ehrgeiz bereits im September begründet. Die Amerikaner wollen durch die Übernahme ihren Umsatz und Gewinn letztlich deutlich schneller steigern als solo.

Cadbury, früher Cadbury Schweppes, war trotz Wirtschaftskrise zuletzt noch gewachsen und hatte auch mehr verdient. Nach dem Verkauf seiner Getränkesparte hat die britische Traditionsfirma mit mehr als 46.000 Beschäftigten den Gewinn im ersten Halbjahr 2009 fast verdreifacht auf 313 Millionen Pfund (358 Millionen Euro). Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 2,8 Milliarden Pfund (3,2 Milliarden Euro).

Der Gewinn von Kraft allein im zweiten Quartal stieg um 11 Prozent auf 827 Millionen Dollar (fast 577 Millionen Euro). Allerdings sank der Umsatz um 5,9 Prozent auf 10,16 Milliarden Dollar (7 Milliarden Euro). Außer in der Heimat lief es vor allem in Indien und Südafrika rund. Auch Kraft konnte zuletzt über ein florierendes Geschäft berichten.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP

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