22. September 2008 Die Deutsche Bank will sich wie angekündigt über die Ausgabe neuer Aktien frisches Geld für die Finanzierung der Postbank-Übernahme beschaffen. Insgesamt sollen bis zu 40 Millionen neue Papiere brutto rund zwei Milliarden Euro frisches Kapital bringen. Damit solle der Einstieg bei der Postbank finanziert werden.
Auch für die Zeit nach dem Kauf der Postbank-Anteile solle so die starke Eigenkapitalausstattung der Deutschen Bank aufrecht erhalten werden. Vor knapp zwei Wochen hatte der deutsche Branchenprimus seinen Einstieg bei der Postbank perfekt gemacht: Zunächst übernehmen die Frankfurter 29,75 Prozent der Post-Tochter für rund 2,8 Milliarden Euro. Zudem haben sie sich die Option auf weitere Anteile gesichert.
Leerverkäufe verboten
Die Aktie der Deutschen Bank kletterte zu Handelsbeginn nach oben und notierte zuletzt rund ein halbes Prozent im Plus bei 57,82 Euro. Ein Händler sagte zu der angekündigten Kapitalerhöhung: Der sich errechnende Preis von 50 Euro je Aktie klingt recht attraktiv. Er sieht als Haupt-Antrieb für die Aktien aber vor allem die Entscheidung der BaFin, Leerverkäufe (short selling) von elf Finanztiteln - auch von Aktien der Deutschen Bank - zu verbieten.
Beim short selling setzen Investoren auf fallende Kurse. Geliehene Aktien werden verkauft und später zu einem niedrigeren Kurs wieder zurückgekauft. Die Differenz abzüglich der Leihgebühr ist der Gewinn. Leerverkäufe werden für den massiven Kursverfall der Finanztitel in den vergangenen Wochen mit verantwortlich gemacht.
Größter Einzelaktionär bei der Postbank
Mit dem Einstieg bei der Postbank steigt die Deutsche Bank zum größten Einzelaktionär des Bonner Instituts auf. Anfang 2009 soll die Beteiligung unter Dach und Fach gebracht werden. Die nun beschlossene Kapitalerhöhung hatte der deutsche Branchenprimus bereits angekündigt. Bei der späteren Möglichkeit des Kaufs weiterer Postbank-Papiere kann die Deutsche Bank allerdings eigene Aktien als Währung einsetzen. Innerhalb der nächsten 12 bis 16 Monate erhält das Institut die Option, weitere 18 Prozent der Postbank-Aktien zu erwerben. Darüber hinaus hat die Deutsche Post der Deutschen Bank ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Papiere eingeräumt.
Die neuen Aktien der Deutschen Bank sollen für das laufende Geschäftsjahr voll dividendenberechtigt sein. Sie werden mittels einer Privatplatzierung über ein beschleunigtes Verfahrens institutionellen Anlegern angeboten. Ein öffentliches Angebot findet nicht statt.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, DPA
Bildmaterial: REUTERS
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