04. Dezember 2007 Das Bundesverwaltungsgericht hat grünes Licht für die umstrittene Schließung des Berliner Flughafens Tempelhof gegeben. Das Gericht bestätigte damit am Dienstag in Leipzig als letzte Instanz eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburgs, der Klagen mehrerer Fluggesellschaften zu Grunde lagen. Die Schließungsverfügung ist damit unanfechtbar, teilte das Bundesverwaltungsgericht mit. Fluggesellschaften könnten nicht beanspruchen, dass ein Verkehrsflughafen auf Dauer gegen den Willen der Flughafenbetreiber in Betrieb gehalten wird. Sie könnten lediglich auf die angemessene Berücksichtigung ihrer Interessen bei einer Schließung pochen.
Dieser Vorgabe ist dem Gericht zufolge der Berliner Senat nachgekommen. Er habe dafür Sorge getragen, dass die Klägerinnen ab dem 1. November 2008 ihren Flugverkehr vom Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld aus wahrnehmen können.
Betriebsgenehmigung widerrufen
Die Schließung von Tempelhof wird nicht nur von dort tätigen Airlines kritisiert. Es gibt zudem eine Initiative für ein Volksbegehren zum Erhalt Tempelhofs, die beispielsweise vom CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Friedbert Pflüger, unterstützt wird. Der Bund und der Berliner Senat hatten sich erst vor wenigen Tagen darauf geeinigt, dass Berlin den Airport Tempelhof vom Bund ganz übernimmt.
Der Senat der Bundeshauptstadt hatte auf Antrag der Berliner Flughafengesellschaft als Betreiberin des traditionsreichen Flughafens die Betriebsgenehmigung für Tempelhof widerrufen. Ziel ist, den Verluste bringenden Airport bis zum 31. Oktober 2008 stilllegen zu können. Geschehen soll das im Zuge des umfangreichen Ausbaus des Flughafens in Schönefeld im Osten Berlins zum neuen internationalen Großflughafen. Im Zuge dessen soll nicht nur der innerstädtische Airport Tempelhof, sondern auch der Flughafen Berlin-Tegel geschlossen werden.
Der Flughafen Tempelhof
Der 1923 eröffnete Flughafen Berlin Tempelhof ist einer der dienstältesten Luftverkehrsstandorte der Welt. Während der Berliner Luftbrücke 1948/49 landeten dort die legendären Rosinenbomber mit Hilfsgütern für den Westteil der Stadt. Der von 1937 bis 1941 ausgebaute Komplex mit dem gigantischen Terminal schreibt inzwischen aber seit Jahren Verluste. Ungeachtet des Rechtsstreits über die Einstellung des Flugbetriebs hat sich der Verkehr im vergangenen Jahr belebt.
Das Ende von Tempelhof gehört zur Vereinbarung für den Bau des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld. In einer getrennten Vereinbarung zum Hauptstadt- Finanzierungsvertrag erklärte sich Berlin vergangene Woche bereit, die Anteile des Bundes am historischen Stadtflughafen zu übernehmen, der Ende Oktober 2008 endgültig geschlossen werden soll. Gegen die Schließung sammelt eine Initiative derzeit Unterschriften.
Text: Reuters
Bildmaterial: ddp
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