
Tausende Schaulustige strömten zur Premiere des "Dreamliner" nach Everett im Nordwesten der Vereinigten Staaten.
09. Juli 2007 Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat seinen neuen Langstreckenjet Dreamliner erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Tausende Interessierte drängten sich am Sonntag in die Fertigungshalle von Everett bei Seattle im amerikanische Staat Washington. Die Premierenfeier begann mit einem dramatischen Spektakel: Nur ganz langsam wurden die riesigen Tore der Fabrikhalle geöffnet. Als die neue Maschine dann allmählich ins Blickfeld rückte, erklang ein Song, der eigens für den Dreamliner komponiert wurde.
Der mittelgroße Langstreckenjet ist der direkte Konkurrent für den Airbus A350. Boeing hat bereits 677 Aufträge für den 787 eingeheimst und liegt damit im Wettbewerb deutlich in Führung. Für den A350 gibt es erst gut 100 Festbestellungen, außerdem soll der europäische Konkurrent erst in fünf Jahren ausgeliefert werden.
Airbus gratuliert dem Konkurrenten
Dagegen hat der Dreamliner jetzt fristgerecht die Endmontagehalle in Everett verlassen, und ein erster Flug ist schon für den Spätsommer vorgesehen. Die erste Auslieferung an einen Kunden - die japanische All Nippon Airways Co. - ist für Mai 2008 geplant. In einer ungewöhnlichen freundschaftlichen Geste gratulierte Airbus dem Konkurrenten Boeing zur Fertigstellung des 787 und sprach von einem großen Tag in der Geschichte der Luftfahrt.
Bei der seit 2004 entwickelten zweistrahligen Maschine kommen laut Boeing eine neue Aerodynamik, leichte Verbund-Werkstoffe und besonders sparsame Triebwerke zum Einsatz. Gegenüber herkömmlichen Flugzeugen würden pro Sitzplatz 20 Prozent Treibstoff eingespart - und damit die CO2-Emissionen entsprechend verringert, hieß es. Das Flugzeug hat eine Reichweite von maximal 12.500 Kilometern und dürfte demnach vor allem auf Fernstrecken zum Einsatz kommen.
Air Berlin hat 25 Dreamliner bestellt
Erst am Sonntag erteilte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin Boeing den bisher größten europäischen Auftrag für den Dreamliner. 25 Flieger zum Listenpreis von vier Milliarden Dollar (2,935 Milliarden Euro) wurden laut Air Berlin fest bestellt. Vorstandschef Joachim Hunold hat demnach in Seattle einen Vertrag über die Lieferung von insgesamt 50 Boeing-Langstreckenjets unterzeichnet. Neben der Festbuchung seien für weitere 25 Jets Optionen beziehungsweise Vorkaufsrechte vereinbart worden. Die Auslieferung sei in den Jahren 2013 bis 2017 vorgesehen. In der von Air Berlin bestellten Version 787-8 mit 272 Sitzplätzen (davon 30 in der Business-Klasse) beträgt der Verbrauch dem Unternehmen zufolge pro Passagier und 100 Kilometer 2,5 Liter.
Text: AP
Bildmaterial: AFP, AP, picture-alliance/ dpa, REUTERS
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