FAZ.NET-Spezial

Neue Macht an der Ruhr

15. Juni 2007 Der politische Streit um den Chefposten der geplanten Kohle-Stiftung ist beendet. Jetzt kann die Arbeit beginnen. Was aber geschah bisher? Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse.

31. Januar 2003 Die aus der früheren Ruhrkohle AG hervorgegangene RAG darf die Degussa übernehmen. Die Konzernstruktur besteht aus den Säulen Bergbau, Chemie und Immobilien.

6. April 2003 Der Aufsichtrat der RAG AG hat den früheren Wirtschaftsminister Werner Müller zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Müller tritt sein Amt zum 1. Juni an.

1. Dezember 2004 Alfred Tacke, der als Staatsekretär die Ministererlaubnis zur Übernahme der Ruhrgas durch Eon erteilte, übernimmt den Vorstandsposten bei der RAG-Tochter Steag.

6. März 2005 Müller plant, den Energie- und Chemiekonzern im Mai 2006 an die Börse zu bringen. Die RAG plant, sich von der wirtschaftlichen Verantwortung für den defizitären deutschen Steinkohlenbergbau freizukaufen. Dazu sollen die Eigentümer (Eon 20 Prozent, RWE 30 Prozent, Thyssen-Krupp 20 Prozent und Arcelor 5 Prozent) ihre Aktien zu einem symbolischen Preis von jeweils einem Euro an ein Bankenkonsortium verkaufen. Das Konsortium soll den nicht im Bergbau tätigen Teil des Konzerns dann von 2006 an über die Börse verkaufen. Der Verkaufserlös soll in einen Fonds fließen. Aus diesem soll die öffentliche Hand alle weiteren Steinkohlenlasten tragen.

7. März 2006 Der Termin für den Börsengang verschiebt sich auf 2007. Die RAG strebt die Gründung einer Stiftung an, über die Altlasten des Bergbaus finanziert werden sollen.

16. Juni 2006 Die Hürden für den Börsengang der Industrieaktivitäten der RAG werden immer niedriger. Aus einem Gutachten lässt sich ableiten, dass der geplante Erlös des Börsengangs in Höhe von 5,5 Milliarden Euro ausreichen würde, um die Kosten einer Beendigung des Steinkohlenbergbaus im Jahr 2014 zu decken.

September 2006 Die RAG plant noch für 2006 die Gründung einer Stiftung, um die RAG im nächsten Jahr unter neuem Namen an die Börse zu bringen. Geplant ist, die RAG Bergbau als "schwarze RAG" in die Stiftung einzubringen. Die Erlöse aus dem Börsengang der "weißen RAG" (NewCo) mit den Bereichen Degussa, Steag und RAG-Immobilien sollen das Stiftungskapital bilden.

29. März 2007 Werner Müller sieht keine ernsthafte Alternative zum Börsengang der Beteiligungsgesellschaften. Aber einmal mehr muss die Plazierung vertagt werden.

22. April 2007 Das Bundeswirtschaftsministerium und die Landesregierung Nordrhein-Westfalen wollen RAG-Chef Werner Müller als Vorsitzenden der Steinkohle-Stiftung verhindern.

6. Mai 2007 Der Ministerpräsident von NRW, Jürgen Rüttgers, bekräftigt den geplanten Börsengang der RAG, lehnt aber weiterhin Müller an der Spitze der Stiftung ab.

15. Mai 2007 Die Bundesregierung will bis Ende Juni die Kohle-Stiftung gegründet haben.

24. Mai 2007 Werner Müller ist bereit, beim Börsengang auf den Vorsitz der Kohle-Stiftung zu verzichten.

4. Juni 2007 Bundeskanzlerin Merkel unterstützt Müller als zukünftigen Vorstandsvorsitzenden des neuen börsennotierten Konzerns, nicht aber als Chef der Kohle-Stiftung.

13. Juni 2007 Der lange politische Streit um den Chefposten der Kohle-Stiftung ist beendet. Der frühere BP-Manager Wilhelm Bonse-Geuking soll den Vorsitz der Stiftung übernehmen.



Text: F.A.Z.-Archiv
Bildmaterial: AP

 

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