Justiz

Ermittlungen in VW-Affäre weiten sich aus

18. Oktober 2005 In der VW-Affäre hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ihre Ermittlungen auf drei weitere Personen ausgeweitet. Jetzt bestehe auch ein Anfangsverdacht gegen den früheren VW-Betriebsrat Bernd Sudholt, den Audi-Betriebsratschef Xaver Meier und einen weiteren Beschuldigten, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstag mit. Damit sei die Zahl der Beschuldigten auf neun gestiegen.

Hintergrund der Ermittlungen sind die Spesenregelungen für den Betriebsrat. Jahrelang sollen Belegschaftsvertreter teure Reisen auf Firmenkosten unternommen haben. Außerdem sollen Essensrechnungen und andere Amüsements über Spesen zum Schaden von VW abgerechnet worden sein.

Die Organisation Transparency International (TI) bezeichnete die Korruptionsaffäre bei Volkswagen als „wirklich skandalös“ (siehe: Deutschland fällt bei Korruptionsbekämpfung zurück). Der stellvertretende TI-Vorsitzende für Deutschland, Peter von Blomberg, sagte, wenn sich der Verdacht bestätige, daß sich Betriebsräte unter Mitwisserschaft des Personalvorstands aus der Unternehmenskasse bedient hätten, habe das eine neue Qualität. Aber auch die Skandale bei Daimler-Chrysler, Infineon und Siemens zeigten, „daß das Thema Korruption in der Wirtschaft noch immer erheblich unterschätzt wird“. Daimler und Siemens unterstützen Transparency zwar finanziell, die Mitgliedschaft liegt aber wegen der Vorfälle auf Eis. Im kommenden Jahr könnte Deutschland im Korruptionsindex noch weiter abrutschen, denn die jüngsten Fälle um Volkswagen, Daimler-Chrysler oder Infineon sind in der aktuellen Auflistung noch nicht eingerechnet.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP

Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.127,41 -2,20
TecDax 432,48 +0,23
DowJones 8.046,42 +6,54
Nasdaq 1.384,35 +5,18
STOXX 50 2.165,91 -2,70
Nikkei 225 7.910,79 +2,70
S&P 500 Zert. 7,72 -3,26
Euro/Dollar 1,26 -0,07
Bund Future 120,75 -0,58
Gold 799,25 +0,00
Öl 48,25 -1,65
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche