21. August 2008 Der Übernahmekampf um den Autozulieferer Continental dauerte über Wochen an. Die wichtigsten Stationen seit Mitte Juli, als die Pläne der Franken öffentlich wurden.
12. Juli 2008: Erse Berichte über eine geplante Übernahme von Conti durch die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach (Schaeffler will Continental kaufen).
14. Juli: Schaeffler bestätigt ein grundsätzliches Interesse an einem Engagement bei Conti.
15. Juli: Die Schaeffler-Gruppe kündigt ein Übernahmeangebot an. Das Unternehmen will 69,37 Euro pro Aktie in bar bieten.
16. Juli: Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer kündigt Gegenwehr gegen die drohende Übernahme an. Das Angebot sei zu niedrig. Es drohe eine Zerschlagung des Konzerns. Für das Vorgehen von Schaeffler fand er harsche Worte: Egoistisch, selbstherrlich, verantwortungslos“. Schaeffler habe sich rechtswidrig über Finanzgeschäfte, Swap-Geschäfte, Zugriff auf insgesamt 36 Prozent an Conti verschafft (Im Gespräch: Conti-Chef Manfred Wennemer).
21. Juli: Schaeffler passt das Angebot an, und zwar auf 70,12 Euro pro Aktie. Damit will Schaeffler den nach gesetzlichen Vorgaben ermittelten Mindestpreis zahlen.
22. Juli: Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg geht auf Distanz zu Vorstandschef Wennemer. Von Grünberg warnt vor einem Kampf um jeden Preis. Der Conti-Gesamtbetriebsrat fordert konkrete Zusagen von Schaeffler im Falle einer Übernahme.
23. Juli: Der Conti-Aufsichtsrat lehnt das angekündigte Übernahmeangebot als nicht angemessen ab. Das Kontrollgremium unterstütze die Vorgehensweise des Vorstands in vollem Umfang. Zugleich heißt es, eine Einigung mit dem fränkischen Familienunternehmen sei erstrebenswert - sollte die Schaeffler-Gruppe bereit sein, entweder den Preis zu erhöhen oder ihre Beteiligung auf 20 Prozent zu beschränken.
25. Juli: Conti verpflichtet nach und nach eine Reihe namhafter Banken zur Beratung im Abwehr-Kampf und prüft mehrere Optionen. So sucht Conti einen weißen Ritter, einen freundlich gesonnenen Großinvestor (Conti sucht den Weißen Ritter)
30. Juli: Die Schaeffler-Gruppe legt ein offizielles Übernahmeangebot vor. Aus der Angebots-Unterlage wird ersichtlich, dass Schaeffler-Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler Ende Februar 0,002 Prozent an Conti gekauft hat. Zudem wird bekannt, dass Schaeffler mit der Bank Merrill Lnych am 17. März ein Swap-Geschäft abgeschlossen hat. Im Zuge dessen hat Schaeffler Zugriff auf 28 Prozent des Conti-Anteils. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hält Schaeffler rund 8 Prozent. Conti verlangt, die Finanzaufsicht Bafin müsse die umstrittenen Schaeffler-Swaps untersagen (Schaeffler und Continental: Mit Swap-Geschäften zum Übernahmeerfolg).
11. August: Wennemer weist in einem Schreiben an die Aufsichtsräte Medienberichte zurück, Conti erwäge im Abwehrkampf den milliardenschweren Zukauf eines Autozulieferers. Die Schaeffler-Gruppe bietet Conti erneut eine schriftliche Vereinbarung über Zusagen im Falle einer Übernahme an. So solle es keine Zerschlagung der Conti geben.
13. August: In den Übernahmekampf kommt Bewegung. Conti lehnt zwar das Angebot der Schaeffler-Gruppe erneut als nicht ausreichend ab, strebt aber kurzfristig weitere Verhandlungen über eine friedliche Einigung an (Conti-Übernahme: Schenkelklopfen in Herzogenaurach).
21. August: Continental und Schaeffler erzielen eine friedliche Einigung. Die Unternehmen vereinbaren ein umfangreiches Gesamtpaket. Schaeffler erhöht das Angebot und beschränkt sein Engagement innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung. Zum Schutz der Arbeitnehmer gibt es umfangreiche Zusagen. Conti- Vorstandschef Chef Manfred Wennemer tritt zurück.
Text: FAZ.NET
Ein Hoch auf das Ende der ![]()
Letztes Kapitel der Siemens-Korruptionsaffäre
HRE-Chef Wieandt: Wir haben die Bank stabilisiert
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