09. April 2008 Die von der Finanzkrise gebeutelte amerikanische Großbank Citigroup steht laut Medienberichten kurz vor dem Verkauf eines 12 Milliarden Dollar schweren Kreditpakets. Der Finanzkonzern könnte sich damit von einer schweren Last in seiner Bilanz befreien.
Das Milliarden-Paket soll von einer Investorengruppe übernommen werden, berichtete das Wall Street Journal am späten Dienstagabend in seiner Onlineausgabe. Die Kredite und Anleihen stammen aus dem Geschäft mit Firmenkäufen sowie Unternehmensfinanzierungen und waren seit vergangenem Sommer durch die Finanzkrise praktisch unverkäuflich.
Preisabschlag von etwas mehr als zehn Prozent
Die Investoren sollen die Darlehen wegen des Risikos mit einem Preisabschlag von etwas mehr als zehn Prozent bekommen, berichtete das Blatt weiter. Zu den Käufern gehören demnach die Finanzinvestoren Apollo Management, TPG und Blackstone. Die Citigroup selbst wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern. Die Bank zählt weltweit zu den schwersten Opfern der Finanzmarktkrise.
Das Geschäft könnte bis zum 18. April abgeschlossen werden, wenn die Bank ihre Quartalsergebnisse vorlege, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Weitere Verkäufe dieser Art seien möglich, hieß es weiter.
Zeichen der Bewegung
Der Verkauf würde zu den größten Geschäften dieser Art seit langem gehören. Er wäre ein Zeichen, dass in den Markt wieder etwas Bewegung kommen könnte.
Während des Booms von Firmenübernahmen in den vergangenen Jahren finanzierten die Banken die Geschäfte über günstige Kredite, die sie dann etwa als Wertpapiere an Investoren weiterverkauften. Mit der Kreditkrise brach dieses Geschäft zusammen und die Banken blieben auf den Milliardenschulden sitzen. Derzeit belasteten die Bücher der Banken an der Wall Street noch rund 120 Milliarden Dollar solcher Kredite, hieß es in dem Zeitungsbericht.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP
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