Ich vertrete geteilte Ansichten:
Magnetschwebetechnik - reibungs/verschleißfreihe Supporte die vor allem schnell sind. Eine Technik, die u.a. im Maschinebau angewendet wird und viele Vorteile hat, um z.B. Fertigungszeiten und Betriebskosten zu senken und zur Langlebigkeit reibungsloser Beweglicher Teile beiträgt. Eine Supertechnik - absolut mit Zukunft und Notwendigkeit. Aber als bloßes Personen-Fortbewegungsmittel sehe ich kaum Vorteile - bei so hohen Baukosten. Der Geschwindigkeitsgewinn als Konkurrenz zum ICE/ECE würde für mich keinen Grund darstellen, solchen Wahnsinn auf Stelzen in die Landschaft zu stellen. Meine Alternative wäre Optimierung des Vorhandenen als billigere Lösung. Oder, wäre man in der Lage, wenigstens die Stützweite der Tragwerke zu vergrößern, (300-400m) würde man also die Technologie des Tragwerkes überdenken/vereinfachen, sähe ich eher Chancen. Es muss gehen, davon bin ich überzeugt! Auch der Materialverbrauch insgesamt ist ein Unsinn ohne Beispiel.
Im Moment also, bei dem Genörgel und Gehaue um Einsparungen im Sozialbereich zu Gunsten der Staatskassen und der Reduzierung der LnK stehen für mich solche Projekte wegen ihrer Widersprüche und des geringen Nutzens einfach nicht zur Debatte. Das beste Vorzeigeobjekt ist die Vernunft, auch mal auf etwas wegen der Ressourcen zu verzichten.
Hier war eine Zäsur nötig und sie wurde kurz und tatkräftig getroffen. Das nun auch mal die Opposition Recht hat, na ja in einem von 100 Fällen kann das ja auch mal sein. Aber kommen wir zurück auf den Transrapid.
Daß es eine solche Entwicklung überhaupt geben konnte liegt doch sicher an den sehr unzuverläßigen Partnern des Baukonsortioum. Wenn man innerhalb von 6 Monaten seine Preiskalkulation um das 3fache korrigieren muß dann sollte man solchen Firman auch keine öffentlichen Aufträge mehr zukommen lassen. Aber es ist auch die mangelnde fachliche Kompetenz der der politischen Staatssekretäre in den Ministerien zu kritisieren. Bei solchen Aufträgen macht man Festpreise mit einer max. Veränderung durch unvorhergesehenes mit 10% aus. Das andere müßten dann diese Firmen selbst zahlen. Da zeigt sich wieder, das man große Fehler begeht, wenn man immer nur politische "Fachkräfte" einsetzt, statt auf die Praktiker von großen Firmen zuzugreifen. Daher ist die Entscheidung der Landesregierung durchaus richtig, aber man vergibt eine große Möglichkeit der Inovation für den deutschen Markt. Denn für unrentable Kurzstrecken der Flugzeuge wäre eine solche Magnetbahn sicher die richtige ökologische Entscheidung.
Siemes hat bisher - außer der Teststrecke- nichts mit dem Transrapid auf die Beine gestellt. Es hat auch seitens Siemens nie ein machtvoller Versuch gegebnen, den Trans irgendwo zu bauen. Dazu passen Äußerungen von chinesischen Ingenieuren, ohne ihre Änderungen wäre der Trans in China nicht gelaufen.
Wenn man bedenkt, daß Siemens die Pingelbahn am Düsseldorfer Flughafen nicht in den Griff bekam und eine Menge Straßenbahnen baute, die ersetzt werden müssen (wegen Fehlplanung) dann sagt das Einiges aus. Dazu noch die Äußerungen in letzter Zeit von wegen große Rückstellungen für technische Probleme seitens des Vorstandes.
Vielleicht wurden die Kosten so hochgerechnet mit dem Wunsch des Scheiterns, damit eine Blamage abgewendet wird. Auch dazu passen die neuesten Äußerungen aus dem Hause Siemens, die Gesamtplanung an China zu verkaufen. Dann wäre man das Problem los, hätte Milliarden Subventionen kassiert, den Kaufpreis dazu und müßte keine Beweise der Funktion des Trans antreten.
Hat jemand der Leser Insiderwissen - es wäre schon interessant, dazu einiges zu erfahren.
Jede Seite, sowohl Befürworter als auch Gegner, sowie die politischen Akteure sollten dieses Trauerspiel realistisch betrachten.
1.) Es ist keine Niederlage der bayrischen Staatsregierung alleine, sondern ein komplettes scheitern von Politikern jedweder Coleur im Bereich der Industriepolitik.
2.) Das Projekt war für die vorgesehene Trasse vollkommen überdimensioniert und nie sauber gerechnet. Liebe Frau Hadertauer ihre "fachlichen Kommentare" in allen Ehren es gibt eben Politiker und es gibt auf der anderen Seite Kaufleute: Die Luftschlösser der Politik die reale Welt dem Kaufmannn, gekiches gilt für Herrn Westerwelle!
3.) Die Endscheidung Rad- Schiene ist angesichts der europäischen Dimensionen die richtige Endscheidung der Bahn.
4.) Die Subventionitis dieses Projektes, incl. der Strecke in Shanghai muß ein sofortiges Ende haben.
Pinke-Pinke,wer hat so viel Geld? ( Bislang war das der dumme Steuerzahle,aber auch seine Taschen scheinen nicht endlos gross zu sein...Oder hat er nur Taschenschmerzen,Portemonnaieschmerzen?)
Das haette man schon vorher fragen koennen,denn es war doch ziemlich klar,dass das ein furchtbar teueres Verkehrsystem ist.Es ist zwar toll,aber einfach zu teuer.
Toll war auch das britisch-franzosische Ueberschallflugzeug Concord,aber auch zu teuer.London und Paris haben Concord auch begraben.Hat man da auch Schuldzuweisungen verteilt ? C'e la vie...Bon voyage !
Mit Transrapid wird niemand Geschaefte machen koennen.Auch die Chinesen nicht.
Also man kann Beckstein nur den Buckel runterrutschen. Egal von welcher Seite(politischer usw.)
Es sollte mal einer erklären, wieso der laufende Meter Transrapidstrecke in Deutschland um ein so Vielfaches teurer ist, als in China. Das ist nämlich ein schöner und direkter Vergleich für die irrsinnigen Nebenkosten, mit denen wir unsere Bauwirtschaft belasten. Länder, die in einer globalisierten Welt eine wesentliche Rolle spielen wollen, wie China, tun das nämlich nicht.
Wie kann sich der Preis für die notwendigen Bauarbeiten innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln und wenn die bisherige Kostenrechnung derartig abwegig war, wieso wurde dies bisher nicht bemerkt? Sind die bayrischen Beamten und Politiker so unfähig? Oder wurden die Kosten "künstlich" klein gerechnet um erst einmal den Auftrag zu bekommen bzw. vergeben zu können und anschließend, wie üblich, das Budget auf kosten der Steuerzahler kräftig zu überziehen?
Im übrigen, was haben die Kosten bzw. der Nutzen eines Projektes mit der angeblichen Technikfeindlichkeit der deutschen zu tun, wenn Thyssen-Krupp, Siemens und die Bahn meinen es handle sich um ein lohnendes Geschäft sollen sie die Strecke doch selber finanzieren. Das ist aber scheinbar nicht der Fall, da bisher nur das an Devisen reiche und bei Prestigeprojekten gerne spendable China zugeschlagen hat, sind die kosten den meisten anderen Länder wohl ebenfalls zu hoch.
Ich meine es wurden in diesem fast unverkäuflichen, weil immens teuren, High-Tech-Projekt schon genügend Steuergelder verbrannt, die in anderer Stelle z.B. an Schulen und Universitäten dringend benötigt würden.
Die CSU hat jede Menge Prügel bei den letzten Wahlen für ihr Festhalten am Transrapidprojekt erhalten. Warum soll man den Münchnern etwas gegen ihren Willen zu Lasten der in München nicht verantwortlichen CSU aufdrängen? Außerdem paßt der Bummelzug - sprich S-Bahn - viel besser zum chicki-micki provinziellen Auftreten des von den Münchnern so geschätzten OB.
Zum anderen hat Beckstein mit seinem Vorwurf gegenüber der Industrie recht. Die maßgeblichen Konzerne haben den Rapid immer den Ingenieuren überlassen. Wer einmal die eindrucksvollen Leistungen des Transrapid im Emsland erlebt hat, hat ein reines Versuchsfahrzeug erlebt. Das wäre so, als ob BMW, VW, Mercedes u.s.w. in den Verkaufsräumen eines Hinterhofs reine Chassies mit ein paar Holzstühlen drauf präsentieren würden mit dem Hinweis "Bei der Fertigung wird das dann ein richtig komfortables Auto mit Sesseln, sogar mit Federung etc. etc.." Auch die Anlage nur hoch aufgeständert zu bauen spricht für reines Ingenieurdenken. Thyssen und Siemens haben den Transrapid nie verkaufen wollen. Das Geld sollte ihnen risikolos "zufliegen".
Wenn das Ganze nicht so traurig wäre, müsste man darüber einfach nur noch lachen! Milliarden und Jahrzehnte in die Entwicklung gesteckt - und nun ab nach China. Dieser Nachweis der deutschen Technikfeindlichkeit und des deutschen, alles zersetzenden Bedenkenträgertums ist so krass - fast schon unglaubwürdig, würde man ihn nicht in der Zeitung lesen und der Tagesschau hören.
Das ganze Politikergefasel von Innovation, Bildung, Reform, Bildung, Pisa-Studien, Bildung, Ingenierusmangel und nochmals Bildung - mir hängt es zum Hals raus. Wissensgesellschaft, keine Niedriglohnjobs mehr, sondern nur noch Chancen im High-Tech-Bereich - dummes Gerede, wenig Taten. Eine Exzellenziniative für die Hochschulen - das wars. Dass High-Tech auch High-Cost verursacht, interessiert keinen. Und das High-Tech auch mal High-Courage verlangt, auch nicht.
Vielleicht sollte man einfach dahin Auswandern, wo dem Gerede auch mal Taten folgen. Wo etwas bewegt und geschaffen wird. Und nicht nur der Wohlstand verwaltet.
Wieviel Steuergeld steckt eigentlich in der Entwicklung dieser Technik? Sieht der Steuerzahler auch etwas von dem Geld? Oder lachen sich wieder nur die Chinesen ins Fäustchen weil in Deutschland mal wieder niemand den Mumm hat so etwas zu bauen?
Warum wird in Deutschland überhaupt noch etwas entwickelt? Das Geld kann man sich sparen, denn die Gewinne werden eh wieder nur die anderen einstreichen.
