Verbraucher

Banken werden knausriger

Freundliche Beratung, kein Geld: Bankkunden bekommen nicht mehr so leicht Kredit

Freundliche Beratung, kein Geld: Bankkunden bekommen nicht mehr so leicht Kredit

23. August 2007 Unternehmen und Verbraucher in Deutschland werden nach Einschätzung von Creditreform künftig nicht mehr so leicht an Kredite herankommen. Als Folge der amerikanischen Immobilienkrise dürften die Banken die Risiken strenger bewertet, erklärte die Wirtschaftsauskunftei am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Das werde dazu führen, dass der Umfang der Kredite geringer und die Konditionen härter werden. Ein Wiederanstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sei vor diesem Hintergrund nicht auszuschließen. Von einer Kreditklemme für den deutschen Mittelstand könne aber nicht die Rede sein.

Weniger Konsumentenkredite

„Der Blick über den Atlantik nach Amerika lässt bereits erahnen, was in Deutschland in den kommenden Monaten eintreten wird“, sagte Helmut Rödl, Mitglied des Gesamtvorstandes von Creditreform. Die Finanzierungsbedingungen für amerikanische Unternehmen hätten sich durch den Anstieg der Risikoprämien auf Unternehmenskredite und andere Faktoren in den vergangenen Wochen so verschärft, dass das einer Anhebung des Leitzinses um rund 0,6 Prozent entspreche. Dies geht laut Creditreform aus der Analyse
einer großen Bank hervor.

Für Verbraucher dürfte es schwieriger werden, Kredite zu bekommen. Das gelte besonders für Konsumentenkredite, mit denen der Kauf von Fernsehern und anderen Waren finanziert wird. Angesichts von 7,2 Millionen überschuldeter Bundesbürgern wäre es begrüßenswert, wenn die Kreditkonditionen für Verbraucher wieder stärker an der Bonität ausgerichtet würden. Auch Unternehmen mit guter Bonität würden auch in Zukunft in Deutschland ohne Probleme Kredite erhalten. Für Unternehmen mit schlechter Bonität und geringer Eigenkapitalquote würden Kredite dagegen spürbar teurer werden.

Bis zu 30.000 Unternehmensinsolvenzen

Creditreform hob seine Pleitenprognose für dieses Jahr nicht an. Die Wirtschaftsauskunftei rechnet demnach unverändert mit 28.000 bis 30.000 Unternehmensinsolvenzen. Das wäre ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung werde vom Risikomanagement der Banken und der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst.

Sollte die EZB noch weitere Zinsanhebungen vornehmen, sei ein Anstieg der Insolvenzen zu befürchten. Rödl verwies darauf, dass einige Branchen stark zinsabhängig seien. So seien die Pleiten im Kraftfahrzeug-Einzelhandel im ersten Halbjahr 2007 gegen den Trend gestiegen.



Text: dpa
Bildmaterial: dpa

Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.127,41 -2,20
TecDax 432,48 +0,23
DowJones 8.046,42 +6,54
Nasdaq 1.384,35 +5,18
STOXX 50 2.165,91 -2,70
Nikkei 225 7.910,79 +2,70
S&P 500 Zert. 7,72 -3,26
Euro/Dollar 1,26 -0,07
Bund Future 120,75 -0,58
Gold 799,25 +0,00
Öl 48,25 -1,65
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