29. April 2008 Regierungssprecher Ulrich Wilhelm ist am Dienstag Medienberichten entgegengetreten, der Chef der nordrhein-westfälischen Förderbank NRW.Bank, Ulrich Schröder, solle neuer Chef der Staatsbank KfW werden. Das sind alles Spekulationen, sagte Wilhelm. Die Entscheidung über die Besetzung der KfW-Chefpostens ist noch nicht gefallen, ergänzte er.
Mehrere Medien hatten unter Berufung auf Verwaltungsratskreise berichtet, Schröder solle neuer Chef der staatlichen Förderbankgruppe KfW werden. Er genieße das Vertrauen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wie auch von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Glos ist derzeit Chef des KfW-Verwaltungsrates, Steinbrück sein Stellvertreter in diesem Amt. Dem Handelsblatt zufolge sei Schröder von der Union vorgeschlagen worden, werde aber auch von der SPD-Seite unterstützt.
Turbulenzen um IKB brachten Matthäus-Maier um den Chefposten
KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier hatte kürzlich ihren Rücktritt vom Chefposten der staatlichen Förderbankgruppe erklärt. Aus dem Vorstand will sie im September ausscheiden. Ein wesentlicher Grund für ihren Schritt waren die Turbulenzen um die Mittelstandsbank IKB, deren Großaktionärin die KfW-Gruppe ist. Matthäus-Maier war insbesondere angelastet worden, mitten in den Unruhen um die IKB, die mit Milliardensummen gestützt werden musste, die Verlängerung ihres Vertrages als KfW-Chefin ins Gespräch gebracht zu haben.
Der 56 Jahre alte Schröder ist seit Gründung der NRW.Bank im Jahr 2002 Vorstandsmitglied der größten deutschen Landesförderbank und seit Januar 2006 ihr Vorstandsvorsitzender. Nach seinem Studium und einer Promotion arbeitete Schröder von 1983 an bei der Westdeutschen Landesbank und hatte danach verschiedene leitende Positionen im In- und Ausland inne.
Die wichtigste Aufgabe des neuen KfW-Chef wird der Verkauf der IKB-Beteiligung sein, auf den sich die Politik geeinigt hatte. Die KfW-Bankengruppe fördert als staatliche Bank unter anderem den Mittelstand, Umweltschutzprojekte oder auch Projekte in Entwicklungsländern.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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