Jungfernflug noch in diesem Sommer

Airbus präsentiert den Militärtransporter A400M

Die Bundeswehr hat 60 Maschinen bestellt

Die Bundeswehr hat 60 Maschinen bestellt

26. Juni 2008 Der Militärtransporter A400M von EADS ist am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die A400M ist das Ergebnis eines der größten europäischen Beschaffungsprojekte überhaupt. Der Vertrag mit dem europäischen Beschaffungsamt OCCAR hat einen Wert von knapp 20 Milliarden Euro. Seine Entwicklung wurde durch Triebwerksprobleme immer wieder verzögert. Der Jungfernflug mußte deswegen vom Januar auf den September verschoben werden.

EADS-Chef Louis Gallois erklärte, er rechne nach der Behebung der Probleme nun im September oder Oktober mit dem Erstflug. An der verspäteten Zeremonie in Sevilla nahm auch der spanische König Juan Carlos teil.

Die ersten Maschinen sollen 2010 ausgeliefert werden

Das A400M-Programm wurde 2003 gestartet durch einen gemeinsamen Vertrag über 180 Bestellungen der europäischen Erstkunden Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Türkei. Die Bundeswehr hat 60 der Flugzeuge bestellt. Der Kaufpreis für die deutschen Flugzeuge liegt bei 8,6 Milliarden Euro, das entspricht einem Stückpreis von 143 Millionen Euro.

Für die Bundeswehr ist der A400M angesichts einer steigenden Zahl von Auslandseinsätzen ein wichtiger Ersatz für die schon seit den 60er Jahren eingesetzten Transall-Maschinen. Airbus wirbt damit, dass der 45 Meter lange A400M „mehr als doppelt so viel Nutzlastkapazität und Laderaumvolumen“ besitzt. Zudem könne die Maschine „innerhalb von zwei Stunden“ in ein Tankflugzeug umgebaut werden und etwa Kampfjets in der Luft mit Treibstoff versorgen.

Der A400M ist die europäische Antwort auf das in die Jahre gekommene Lockheed-Modell C-130 Herkules und kann bis zu 37 Tonnen an Ausrüstung befördern. Die ersten Maschinen sollen 2010 ausgeliefert werden, wegen der Triebwerksprobleme sechs bis zwölf Monate später als geplant. Brancheninsidern zufolge wird die nächste entscheidende Hürde die Umstellung vom Bau der Prototypen auf die Produktion im großen Stil sein.

Die Aktien von EADS sind zuletzt wegen einer Serie von Produktionsverzögerungen unter Druck geraten, unter anderem beim Prestigeprojekt A380 Superjumbo und beim Militärhubschrauber NH90. Am Donnerstag verloren die Papiere vier Prozent.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, REUTERS

 
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