Warum reden immer alle davon, welche Zumutung längere Öffnungszeiten für die Beschäftigten seien? Warum heißt es immer, der Ladenschluß dürfe nicht freigegeben werden, weil dadurch nicht mehr Umsatz einhergehe?
Das ist alles nicht relevant. Das Ladenschlußgesetz verbietet zu bestimmten Zeiten die Berufsausübung. Das muß gerechtfertigt sein. Bei Sonn- und Feiertagen läßt sich das mit dem Ruhegebot noch deichseln, aber alltags gibt es nichts, das gegen verkaufsoffene Läden spricht. Ob ein Händler dann die Bude aufmacht, ist seine unternehmerische Entscheidung.
Daß den Beschäftigten soziale Nachteile erwüchsen, ist Unsinn. In allen anderen Branchen wird auch rund um die Uhr gearbeitet. Die Leute haben auch alle Familie und ein soziales Umfeld.
Man kann das Gesetz aufheben, oder man kann es noch komplizierter machen. Deutschland macht es komplizierter, das Ladenschlussgesetz. Abgesehen davon, dass 16 Bundeslaender schon aus Trotz und Selbstgerechtigkeit andere Regelungen bevorzugen, sind Feiertage, Sonntage nach wie vor heilig, auch wenn keiner weiss warum eigentlich.
Bei freien Oeffnungszeiten denke ich zuerst an Tankstellen, 24-Stunden-Shops wie 7/11, Kedi, Quick oder Walton, oder McDonalds (die es oft auf 20 Stunden pro Tag bringen). Der etablierte Einzelhandel wird Nachts nicht die Tueren oeffnen, sondern ein neuer Wirtschaftszweig sogenannter Convenient-Stores koennte sich in den Grossstaedten Deutschlands etablieren.
Das alles macht mich sehr stolz auf mein Land. Endlich darf man den Tokyonern, Londonern und New-Yorkern sagen, dass wir in Deutschland zumindest den Willen haben, moderner und effizienter zu werden.
Die einzige Sorge ist, dass Deutschland mit allem immer zu spaet ist. Ob Industrialisierung, IT, Soft- und Hardware, Entertainment, New Economy, Kapitalisierung, Bildung, Elite-Universitaeten, oder jetzt liberale Oeffnungszeiten, wir sind immer recht spaet mit allem, und verlieren unseren Markt dann an auslaendische Anbieter.