Stahl

Thyssen-Krupp korrigiert die Prognose nach oben

13. Februar 2007 Der anhaltende Stahlboom hat dem Industriekonzern Thyssen-Krupp in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 (30. September) ein neues Rekordergebnis beschert. Während sich das Vorsteuerergebnis um 150 Prozent auf 1,062 Milliarden Euro erhöhte, kletterte der Überschuss um 159 Prozent auf 661 Millionen Euro.

Bei Stahl und Edelstahl konnte das Unternehmen das Ergebnis vor Steuern von 279 Millionen Euro auf 734 Millionen Euro weit mehr als verdoppeln. „Das jüngste Quartal verzeichnete das bisher beste Drei-Monats-Ergebnis der Unternehmensgeschichte“, hieß es in einem am Dienstag verbreiteten Aktionärs-Brief von Vorstandschef Ekkehard Schulz.

Prognose für das Gesamtjahr erhöht

Für das Gesamtjahr erhöhte das Unternehmen nach dem guten Start seine Prognose. Erwartet werde nun, das nachhaltig angestrebte Ergebnisziel von 2,5 Milliarden Euro „deutlich“ zu übertreffen, hieß es. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Thyssen-Krupp ein Vorsteuerergebnis von 2,6 Milliarden Euro erzielt. Einige Börsen- Analysten zeigten sich zuversichtlich, dass Thyssen-Krupp in diesem Jahr beim Vor-Steuer-Ergebnis die Drei-Milliarden-Grenze „knacken“ könne. Nach einem Umsatzplus um 13 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro im ersten Quartal wird nun für das Gesamtjahr ein Umsatz von 48 bis 49 Milliarden Euro erwartet.

Nach der Gerichtsniederlage im Streit um eine Übernahme des kanadischen Stahlherstellers Dofasco kündigte Schulz an, die Planungen für den Bau eines rund 2,3 Milliarden Euro teuren Produktions- und Vertriebsstandorts in den USA „mit Nachdruck“ fortzuführen. „Nun werden wir unsere Ressourcen darauf konzentrieren, in den USA ein komplett neues Werk zu bauen“, so der Konzernchef.

Neues Stahlwerk in Brasilien

Daneben werde das Unternehmen mit einem neuen Stahlwerk in Brasilien „erhebliche Kostenvorteile“ realisieren. Thyssen-Krupp werde mit dieser Strategie seine Position beim Stahl in Nordamerika und Europa „erheblich verstärken“, kündigte Schulz an.

Motor der weltweiten Entwicklung beim Stahl blieben jedoch vor allem die Schwellenländer in Asien und Lateinamerika sowie die GUS-Staaten, hieß es in dem Bericht. In Europa und im nordamerikanischen Raum sei mit einer gleich bleibenden oder leicht rückläufigen Nachfrage zu rechnen.



Text: Dow Jones
Bildmaterial: AP, FAZ.NET

 
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