Microsofts „Payback“-Taktik

Mit T-Shirts und Flugmeilen gegen Google

Will hoch hinaus: Microsoft-Chef Steve Ballmer

Will hoch hinaus: Microsoft-Chef Steve Ballmer

04. Oktober 2008 Im Wettlauf mit dem Internet-Riesen Google will Microsoft durch ein neues Prämienprogramm mehr Nutzer für seine Web-Suche gewinnen. In einem Testlauf sollen zunächst amerikanische Nutzer der Microsoft-Internetsuche für jede Abfrage Punkte gutgeschrieben bekommen. Diese können ab einer bestimmten Menge dann gegen Musik-Downloads, T-Shirts oder auch Flugmeilen eingelöst werden. Die Online-Suche ist wegen der damit verbundenen lukrativen Werbeeinnahmen hart umkämpft.

Microsofts Suche Live Search verlor allerdings zuletzt in den Vereinigten Staaten trotz bereits anderer Anreizprogramme gegenüber Google weiter an Boden. Auch in Deutschland hängt Google die Hauptkonkurrenten Microsoft und Yahoo! nach Zahlen des Marktforschers ComScore mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent spielend ab.

Der Test des Programms Search Perks (etwa: Such-Belohnungen) solle zunächst bis Mitte April laufen, kündigte Microsoft im Internet an. Pro Tag kann jeder Nutzer maximal 25 Punkte („Tickets“) bekommen. Ab 525 Punkte gibt es fünf Songs zum Herunterladen, 1000 Flugmeilen kosten 1800 Punkte. Erst im Mai hatte Microsoft Rabatte für Kunden eingeführt, die über die Suchmaschine des Software-Konzerns Produkte bei bestimmten Händlern finden und kaufen.

Für die Aufholjagd ein Forschungszentrum in München

Daneben plant Microsoft für seine Google-Aufholjagd im Bereich der Online-Suche verstärkte Forschungsinvestitionen. In München will der Konzern ein Forschungszentrum aufbauen. Der neue Standort solle zusammen mit ähnlichen Zentren in Paris und London die Entwicklung von Internet-Suchmaschinen voranbringen, sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer. „Wir müssen die schlausten und kreativsten Köpfe der Welt für uns gewinnen.“

Die gesuchten Talente finde Microsoft immer öfter in Europa, fügte Ballmer hinzu. Microsoft wolle deshalb in das neue europäische Forschungszentrum mit seinen drei Standorten investieren. Dadurch entstehen nach seinen Angaben mehrere hundert Arbeitsplätze in den drei Ländern. Zu den Kosten wollte er sich nicht äußern. Der weltgrößte Softwarekonzern gibt bisher für Forschung und Entwicklung in Europa mehr als 600 Millionen Dollar aus. Die Tendenz sei steigend, hieß es.

„Wir sind Herausforderer, kein Marktführer“

„Es ist notwendig, die Suchpraxis für die europäischen Nutzer zu verbessern, insbesondere indem wir ihnen Informationen liefern, die umfangreicher und personalisierter sind und einen lokalen Bezug haben“, sagte Ballmer. Microsoft befinde sich bei den Suchangeboten im Internet in einer entscheidenden Phase: „Wir sind ein Herausforderer, kein Marktführer bei der Internetsuche.“

Microsoft versucht seit Jahren mit seiner Internetsuchmaschine Live Search gegenüber dem Konkurrenten Google aufzuholen. Im Bemühen um eine Expansion in Nischenmärkten kaufte Microsoft vor kurzem die Preisvergleich-Seite „Ciao“ aus Deutschland. Anfang des Jahres war der Konzern jedoch damit gescheitert, den Konkurrenten Yahoo zu übernehmen.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS

 
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STOXX 50 2.165,91 -2,70
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Euro/Dollar 1,26 -0,07
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