Automobilindustrie

BMW baut 8100 Stellen ab

Es trifft vor allem die Standorte München, Dingolfing und Regensburg. Von dem Abbau seien 5000 Zeitarbeitsjobs und 2500 feste Arbeitsplätze in Deutschland betroffen. Frei werdende Stellen werden nicht neu besetzt - Kündigungen soll es aber keine geben.

Lesermeinungen zum Beitrag

28. Februar 2008 18:30

8100 Stellen

Hermann Trouvain (liwiz)

werden bei BMW abgebaut.
Der Deutschlandumsatz liegt bei etwa 20%, Tendenz fallend. Der Anteil der Arbeitnehmer bei 80%. Berücksichtigt man die Lohnnebenkosten hier und die Risiken aus Wechselkursveränderungen, kann der Abbau von 7500 Stellen in Deutschland nur der Anfang sein. Ohne eine mit der Konkurrenz vergleichbaren Rendite, kann ein internationales Unternehmen nicht überleben. Wo soll das Geld für kompetitive Forschung herkommen? Somit wird dieser Abbau nur ein 1. Schritt im Rahmen des internationalen Konkurrenzkampfes sein.
Außerdem ist es nur fair, wenn Arbeitsplätze dort aufgebaut werden wo Umsatz gemacht wird!

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28. Februar 2008 17:29

BMW

Gerd Lehmann (Gerd_L)

Hinter dem Stellenabbau steckt aber auch das Streben nach höherer Rendite, um den Aktionären zu gefallen. Verkürzt lautet die Rechnung: Je höher die Rendite, desto höher der Gewinn, desto höher die Dividende der Anleger. Augenblicklich steigt der Umsatz stärker als der Gewinn - das schmälert die Umsatzrendite: Bislang verdient BMW mit 100 Euro Umsatz knapp sechs Euro. Beim Konkurrenten Mercedes sind es fast neun Euro. Für BMW ist deshalb klar: Das Unternehmen muss effizienter werden und das geht am schnellsten mit weniger Arbeitskräften.
Bis 2012 soll der Gewinn an jedem umgesetzten Euro auf acht bis zehn Prozent steigen. Zu den sechs Milliarden Euro, die BMW in den kommenden Jahren einsparen will, sollen die Mitarbeiter zwei Milliarden Euro beitragen - indem sie aus dem Unternehmen ausscheiden.

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28. Februar 2008 12:32

Überschwemmung

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Wenn man das Denken von Herrn Gösche weiterdenkt, wird man dahin kommen zu erkennen, daß der Kapitalismus nur weiter existieren kann, wenn weltweit immer mehr Autos und andere Konsumartikel in unbegrenztem Maße produziert werden. Wohin aber sollen die BMW's, wenn jeder Quadratmeter Festland mit Autos vollgestellt ist, woher sollen die Rohstoffe und Resourcen kommen, um eine solche Produktion durchzuführen, wohin sollen die Abgase, wenn alle Abgase der Milliarden-10 Liter BMW's die Welt vollstinken ? Man sieht, die Logik der sich immer weiter ausdehnenden Produktion kommt an ein Ende. Da sind wir bereits. Solange BMW noch Maximalprofite einfahren konnte in der BRD, wurde hier produziert, nun kann man aber in den USA, bedingt durch die Dollarabwertung billiger produzieren. Also verlagert man die Produktion. Wenn in China genügend BMW's verkauft werden können, wandert die Produktion eben dahin. Die zurückgelassenen Länder werden als Schrottwüsten hinterlassen.

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28. Februar 2008 12:22

BMW, DAX, Eurostox, der ewige Gewinnwahnsinn geht nicht mehr so weiter!

Helmut Kröske (margithelmut)

Es stehen schon Nokia, Siemens, Hyporeal. und andere sog. Nieten in Nadelstreifen hier an, als bitte einreihen. Die Zeichen der Zeit, auf die die Japaner - Toyota, glänzend reagiert haben, konnte das Management von BMW trotz Auswechslung der Führungsetage nichts erkennen?
Die Bayer. Staatsregierung fährt nicht mit den neu entwickelten Wasserstoffmotoren oder hat BMW in dieser Sache vorangebracht und ein Servicenetz aufgebaut, nein man hat so wenig Hirn, dass sämtliche Regierungsmitglieder weiter die dicksten Modelle, mit dem größten Verbrauch fahren. Auch hier hat die Staatsregierung wieder einmal in glänzender Weise versagt, anstatt einen Neuanfang mit diesem innovativen Unternehmen zu beginnen. Es ist nun genau schon 12:00 Uhr nicht mehr fünf vor. Die Staatsregierung sollte sofort das Ruder herumreißen und sich mit den Managern so lange zusammensetzen, bis hier eine Lösung gefunden wird. Leider sieht man hier nichts, die Staatsregierung geht genau so wie bei der BayernLB erst mal auf Tauchstation. Wo bleibt der Oberkritiker Herr Maget und die grünen Schreier, hätte gedacht, da kommt jetzt sofort von allen Seiten ein Aufschrei, nichts tut sich, eine tiefe Stille überall im Freistaat. Wo bleiben die hoch bezahlten Experten ?

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27. Februar 2008 22:05

Wirtschaftliche Notwendigkeit

Julius Franzot (JFranzot)

Ich kann ohne Weiteres den wirtschaftlichen Betrachtungen meines Vorredners folgen, nur vermisse ich die Konsequenzen.

1. Wenn eine Firma auf Erfolgskurs liegt, ist es nicht angebracht, sie steuerlich zur Kasse zu bitten, vor allem, wenn sie diesen fortgesetzten Erfolgskurs auf Kosten des deutschen Staates (und der Steuerzahler) betreibt?

2. Es leuchtet meinem sozialen Gewissen nicht ein, warum lediglich Arbeiter, insbesondere schutzbedürftige Leiharbeiter, von dieser Entscheidung betroffen sind, während hohe Manager und Vorstände, die nicht von einer Notlage bedroht sind und am meisten von den wirtschaftlichen Besserungen des Unternehmens profitiren (stock-options) davon unbehelligt bleiben. Wievielen Arbeitern und normalen Angestellten hätte man mit einigen Entlassungen von Top-Managers die Lebensgrundlage retten können? Man halte mir das Wort "Leistungsträger" nicht entgegen. Als ehemaliger Manager weiß ich sehr wohl, woher diese Leute ihre Privilegien beziehen, nicht unbedingt aus eigener Leistung!

3. Zu den Ausführungen von Hn. Gösche: Es stimmt, dass die Arbeitslosigkeit in den USA offiziell niedrig ist, aber man möchte betrachten, dass es dort massenweise "working poors" gibt, die total unterbeschäftigt sind.

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27. Februar 2008 16:47

Die Löhnhöhe ist nicht entscheidend

Nils Gösche (cartan)

Investitionen in den USA haben sich schon immer rentiert, ob der Dollar nun gerade niedrig war, oder nicht. Deshalb haben die USA auch keine Probleme mit Massenarbeitslosigkeit, anders als wir.

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, die Arbeitsplätze würden notwendigerweise dorthin wandern, wo die Löhne niedriger sind. Sie wandern dorthin, wo man mehr verdienen kann, wenn man dort produziert. Entscheidend ist die Produktivität. Da diese in Deutschland hoch ist, kann man überhaupt noch irgendetwas in Deutschland produzieren: Eine Arbeitsstunde kostet zwar immens viel, aber dafür bekommt man auch viel Ertrag pro Arbeitsstunde, und zwar mehr als in Ländern wie Rumänien oder China.

Wenn wir also mehr Produktion in Deutschland wünschen, ebenso wie mehr Wohlstand für alle, den Arbeiter wie auch den bösen Kapitalisten, müssen wir dafür sorgen, daß die Produktivität noch höher wird, daß man also trotz hoher Lohnkosten immer noch ordentlich Geld verdienen kann, indem man in Deutschland produziert. Und daran hapert es leider, gerade bei unseren sozialdemokratischen Politikern, für die Profit ein Schimpfwort ist. Die wollen die Löhne per Dekret erhöhen, anstatt durch Wettbewerb, was nur zu noch mehr Arbeitslosigkeit führen wird.

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27. Februar 2008 16:17

@Hn. Gösche

Julius Franzot (JFranzot)

Nicht so Herr Gösche, die USA sind sicherlich nicht sozialdemokratischer als Europa, nur der Dollar ist im Moment so niedrig, dass sich Investitionen jetzt in den USA rentieren. Woher die Dollarschwäche kommt, dürfte einem FAZ-Leser klar sein.
Apropos, in Rumänien sind bestimmt auch Grundstücke billig, bis der Euro einzieht, und was ein Arbeiter in Rumänien verdient, das stand vor einer Woche in der FAZ.
Die Arbeitsplätze gehen in diesem (weltweiten) System dorthin, wo die Löhne und/oder andere Betriebskosten niedriger sind.

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27. Februar 2008 15:47

Nicht ganz, Herr Franzot

Nils Gösche (cartan)

Im Artikel heißt es: »Baumann sagte, BMW werde in den Vereinigte Staaten Stellen aufbauen«. Wie kann denn das sein, wenn es der Kapitalismus ist, der hier versagt? Sind die USA etwa sozialdemokratischer als wir?

Nein, es ist genau umgekehrt: Wenn man mit 43 Jahren keine vernünftige Arbeit mehr findet, dann liegt das an der Massenarbeitslosigkeit. Diese jedoch hat ihre Ursache in den horrenden Unternehmenssteuern und Lohnnebenkosten in unserem Land, die es einfach unrentabel machen, hier zu produzieren. Diese wiederum sind das Produkt der jahrzehntelangen Herrschaft des Sozialdemokratismus aller Parteien, die Deutschland von einem freiheitlichen, kapitalistischen Wirtschaftsgiganten in ein jämmerliches, halbsozialistisches Provinznest verwandelt haben, in dem man nur noch Siechtum statt Wachstum kennt.

Aber die Deutschen scheinen noch nicht reif für diese Erkenntnis zu sein und wählen lieber immer noch linkere Parteien, anscheinend in der Hoffnung, den Erfolg Kubas hier emulieren zu können. Na dann gute Nacht, Deutschland.

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27. Februar 2008 15:41

Die Kirche im Dorf lassen

Marvin Parsons (mapar)

Bevor hier weitere Stammtischparolen kommen, erstmal richtig lesen und nachdenken (bin nicht bei BMW und habe auch noch nie einen BMW besessen):

- es wird niemand entlassen.

- ich wohne in der "betroffenen" Region, hier gibt es so gut wie keine Arbeitslosigkeit und schon gar nicht für qualifizierte Arbeiter. Eher sind Zulieferer und andere Branchen froh, auch mal wieder zum Zuge zu kommen bei den Arbeitskräften.

- BMW hat in den letzten Jahren ein neues Werk und zehntausende Stellen aufgebaut. Das führt nie zu Schlagzeilen.

- der Abbau wie der Aufbau von Arbeitsplätzen gehört zu den normalen und notwendigen unternehmerischen Entscheidungen. Sonst landen wir nicht unbedingt in der DDR, aber auf jeden Fall bei vom Steuerzahler subventionierten, defizitären Großbetrieben, wie wir sie in Deutschland reichlich haben, und nicht bei einem erfolgreichen, weltweit verkaufenden Unternehmen wie BMW.

Daß ältere Arbeitnehmer schwer eine neue Stelle bekommen, liegt an unserer Kündigungs- und Sozialgesetzgebung sowie an Tarifverträgen, die das Einstellen älterer Arbeitnehmer teurer und riskanter macht als wenn ein junger genommen wird; also nicht an der Marktwirtschaft, sondern an der staatlichen Unterbindung des Markts.

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27. Februar 2008 14:13

Oskar bekommt Wind im Rücken

Julius Franzot (JFranzot)

Wetten dass, Die Linke 8100 frische Stimmen kassieren wird?
Es macht wenig Sinn, gegen mutmaßliche "Kommunisten" zu wittern und dabei, auch als Gewerkschaft, solchen Machenschaften zuzusehen. Wenn man sowas straflos auf Kosten der Allgemeinheit machen kann, dann ist am jetzigen System etwas faul, nicht an denen, die es verändern möchten.
Ich habe in einem Lesekommentar gelesen "Ich bin Leiharbeiter, weil ich mit 43 sowieso keine normale Arbeit mehr finde...". Ist es in Ordnung, dass keine Regierung gegen diese kaltschnäuzige Diskriminierung etwas unternimmt?
Ist das normal, oder leben wir - in ganz Europa, meine ich - in einem kaputten, oligarchischen und modrigen System, das nach dem Motto "wer hat, dem wird gegeben" vor sich hin vegetiert, und sein Dasein nur mit schillernden Firmenbilanzen rechtfertigt, die nur die Jungdynamiker mit Vit. B, die Obermacker im Netzwerk und die Liechtensteiner zu eigenem Geld machen?
Nach Hoechst, VW, Siemens, Telekom, Nokia... was ist noch an dieser Art von Marktwirtschaft erhaltenswert?
Gut, der Kommunismus hat eindeutig versagt, dieser Kapitalismus aber auch. Wo bleibt die gute, alte Sozialdemokratie Marke Brandt und Schmidt? Hatte sie nur im geteilten Deutschland eine Perspektive?

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27. Februar 2008 14:11

Entlassungen

Gerd Lehmann (Gerd_L)

Wer ist nach BMW, Henkel, Siemens, Continental, Allianz, Telekom, PIN-AG, Bergbau dran ??

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