Rebecca Schaarschmidt
Täglich im ICE Köln - Frankfurt
Jeden Morgen sitzt sie im ICE von Köln nach Frankfurt. Abfahrt 6.44 Uhr. Fünf Tage die Woche, immer im gleichen Waggon, meist sogar auf dem gleichen Platz. Stets trifft sie auf die gleichen Mitfahrer. "Man kennt sich, man nickt sich zu. Nur reden tun wir selten miteinander", erzählt die 31 Jahre alte Lektorin. Sie gehört zu einer schweigsamen Gruppe der Bahnfahrer: den Berufspendlern. Schaarschmidt lebt in Köln zusammen mit ihrem Freund und arbeitet 200 Kilometer entfernt in Frankfurt beim Campus Verlag. Seit elf Monaten macht sie das. Zuvor wohnte sie in Berlin, da ist ihr Freund gependelt. "Jetzt bin ich dran." Zwei Stunden braucht sie jeden Tag, einfache Strecke. 64 Minuten sitzt sie im ICE. Dazu kommen eine halbe Stunde Straßenbahnfahrt und eine kurze S-Bahn-Strecke. 320 Euro bezahlt sie dafür jeden Monat. So viel kostet die Bahncard 100, die schwarze Karte, an der man die Berufspendler erkennt. "Noch", sagt Schaarschmidt. "Die Bahn erhöht fast jedes Jahr die Preise." Die Historikerin nimmt das zähneknirschend hin. Eine Wahl hat sie nicht. Mit dem Auto ist die Strecke auf Dauer nicht zu bewältigen.