wenn Aktionäre sich dazu entschließen ihre Anteile an die Schaeffler-Gruppe zu verkaufen, kann ihm dies doch eigentlich egal sein. Gewiss, er mag seinen Posten verlieren. Aber eine Kapitalgesellschaft ist nun mal keine ABM-Stelle für Manager. Wenn Wennemer meint die Firma sei doch viel mehr wert, dann muss er sich fragen lassen, warum sich dies nicht in den Kursen widerspiegelt. Vor zwei Jahren wurde schon einmal eine Übernahme abgewehrt indem man die potentiellen Investoren als lästige Störenfriede abtat. Dieses Mal scheint dies nicht ganz so zu funktionieren, hat man es doch mit einem Interessenten zu tun, der nicht nur über Geld, sondern auch über Know-how verfügt.
Herr Wennemer hat in der Vergangenheit bei der Phoenix Übernahme die Rechte der Minderheitsaktionäre mit Füssen getreten. Jetzt erfährt er, dass auch andere dieses Spiel beherrschen. Gut auch, dass der Hinauswurf der Minderheitsaktionäre der ContiTech wohl vollzogen wird. So kann Scheffler die ContiTech an einen Finanzinvestor wie Carlyle veräußern, welcher die Firma dann später wieder teuer an die Börse bringen kann.
Und zwar aus seiner Zeit als er noch für Freudenberg in Massachusetts tätig war. Mir erscheint jedenfalls die Aktivität der Schaefflergruppe auch nicht sehr vorteilhaft für Continental zu sein. Auch seinem Urteil über die Verhaltensweise der Banken kann man sich nur anschließen. Wen wundert in diesem Zusammenhang die herausragende Rolle der Dresdener Bank. Kundenorientiert kann man so etwas kaum nennen. Bei uns wird der Werbebegriff "die Beraterbank" immer wieder gerne in "die Verbraterbank" verballhornt. Man muß eigentlich immer wieder feststellen, daß bei einer Beratung durch eine der großen Geschäftsbanken alle roten Warnlampen auf einmal aufleuchten sollten. Es ist nun einmal so, daß Leute, die mit dem Geld anderer Menschen umgehen, keinerlei Verantwortungsgefühl zeigen, egal ob es Banken oder Politiker sind. Wäre es eine andere Gruppe von Mitbürgern wären die Haftungsfragen längst anders geregelt!
Das hier ist ganz klar ein böses Spiel. Hoffe, dass Bafin einschreitet. Continental ist ein traditionsreiches deutsches Unternehmen, das für "Made in Germany" steht, wie nur wenige Marken. Man sollte eine Zerschlagung nicht gutheißen. BMW ist übrigens ein Familienunternehmen, ja, aber seine Eigentümer sind sehr umstrittene Personen... ich würde alleine deswegen keinen BMW kaufen - das lehrte mich die Geschichte (spätestens nach dem dritten Reich).
passt wieder dieser australische Film aus dem Jahr 2001 mit Inhalt?
..der Herr Wennemer hat doch nur Angst seine Macht im Unternehmen zu verlieren. Kommt Continental in private Hand, muss er plötzlich vor RICHTIGEN Unternehmern, die eher nachhaltig wirtschaften (siehe Bosch, BMW...) sein Gehalt rechtfertigen und seine Entscheidungen genaustens erläutern. Kein höriger Aufsichtsrat mehr, bei dem sich jeder aus 15 weiteren Unternehmen kennt und der ganz nach dem Motto "heute nicke ich hier ab, morgen du bei mir" immer alles abwinkt...
Herr Wennemer muss zu seinem Leidwesen einsehen, dass er auch nur Angestellter ist (was ihn substantiell von Frau Schaeffler unterscheidet). Und was die Ernte wert heute wert ist, zeigt sich im Aktienkurs und nicht in den Charts seiner Berater. Das Dilemma für Wennemer ist, dass er nichts davon hat, wenn er im Interesse seiner Aktionäre jetzt den Übernahmekurs treibt. Damit kann er nur auf Biegen und Brechen die Übernahme hintertreiben, auch wenn dies eine auf lange Zeit unerreichbare Prämie für die Aktionäre bedeutete - den Neidhammeln aus Politik und Gutmenschen bei Mannesmann sei Dank. Andere können die Profitchance sofort lukrieren. Deshalb haben die M&A Berater auch eine Lösung im gesetzlichen Rahmen gefunden - und werden dies auch immer finden, gleich wie sich der Rahmen auch ändern mag.