Angeschlagene Hypothekenfinanzierer

Amerika rettet Fannie und Freddie aus höchster Not

Die amerikanische Regierung verstaatlicht die schwer angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Das ist nicht nur eine Zäsur für die amerikanische Finanzwelt. Es ist eine Zäsur für das ganze Land. Das Vertauen in den Markt ist aufgebraucht. Von Tim Höfinghoff

Lesermeinungen zum Beitrag

08. September 2008 10:11

Kapitulation der Regierung!

Olaf Christian Hartmann (ochartmann)

Die Übernahme der beiden Hypotekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac kommt doch eigentlich der Kapitulation der amerikanischen Regierung gleich. Dadurch das die Geldgeier an der Wall Strett erfahren, das die Regierung immer einspringen wird, wenn sie Scheiße gebaut haben, wird das Finanzsystem über kurz oder lang mehr schädigen als die beiden Finanzierer jetzt pleite gehen zu lassen. Die Frage wird nur sein, wenn der Zeitpunkt kommt ob es dann besser passt.

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08. September 2008 09:41

Alles, was ist, endet - sogar die Hauptstadtfunktion Bonns

Bernhard Sorg (Bernhard.Sorg)

Nach Bonn und Paris werden sie pilgern, die glutäugigen Freunde Amerikas in Europas Osten, nach dem finanziellen Kollaps ihres so inbrünstig angebeteten Idols USA, hatte ich geschrieben... Es scheint sich niemand darüber aufgeregt zu haben, daß ein Teil meines Neocortex noch in vor1989er Zeiten arretiert war. Die deutsche Hauptstadt heißt seitdem irgendwie anders ... fällt mit jetzt gerade nicht ein ...

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07. September 2008 19:08

Complete Failure

gisbert heimes (gisbert4)

Es wäre allzu billig für die Kritiker des marktwirtschaftlichen Systems, über dieses Desaster nun in Triumphgeheul auszubrechen. Außerdem zeichnete sich der Crash seit Mitte vergangenen Jahres ebenso ab, wie die Schwächen dieses Systems schon bei einfachsten Überlegungen und nicht etwa bloß bei Marx evident werden. Der allfällige Hinweis, daß andere Wirtschaftssysteme erst recht nicht funktioniert hätten, stellt auf die Stärken der Marktwirtschaft ab, kann aber damit ihre existenzgefährdenden Schwächen nicht aus der Welt schaffen. Eine dieser Schwächen, wahrscheinlich die Hauptschwäche, besteht in der begrenzten Einsichtsfähigkeit der Eliten. Sie verteidigen ihre wettbewerblichen Vorteile mit der Behauptung, daß sie dadurch auch für die Nichteliten das bestmögliche Ergebnis erwirtschaften. Eine Behauptung, die offenkundig nur in ihrer eigenen Wahrnehmung durch die Realität gedeckt wird (wie sich am konkreten Beispiel der internationalen Finanzkrise einmal mehr erwiesen hat). Gleichwohl hängt das Wohlergehen einer Population selbstverständlich von ihren Eliten ab. Es bedarf eines weiteren zivilisatorischen Reifeprozesses (der vermutlich noch viele Opfer kosten wird), damit sie ihrer Verantwortung endlich gerecht werden.

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07. September 2008 17:37

Nicht verwunderlich, die späte Einsicht.

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

Richtig ist, sofort zu verstaatlichen. Die Aktionäre verlieren alles. Die Unternehmen, die nie wirklich welche waren, werden saniert. Dann werden sie zerschlagen - wie etwa einst die IG-Farben-Industrie in Deutschland. Die ein bis zwei Dutzend Nachfolger werden zu konkurrierenden Hypothekenbanken/Pfandbriefinstituten reinsten Wassers - in etwa nach deutschem Vorbild -, was gesetzgeberisch schon vorbereitet ist. Dann werden sie - ohne jede staatliche Garantie und Unterstützung - klassisch privatisiert. Das wird viel Geld kosten und ist letztlich dem Umstand geschuldet, daß Fannie und Freddie niemals wirklich freie Unternehmen gewesen sind. Es gab keinen Wettbewerb, dafür staatliche Garantien. In Amerika offenbart sich meist früher als später, wenn staatliche Regulierung im Markt gewütet hat. Das ist gut so und fördert eine gesunde Entwicklung.

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07. September 2008 16:36

Alles, was ist, endet

Bernhard Sorg (Bernhard.Sorg)

"Das Vertrauen in den Markt ist aufgebraucht." Was - einen solchen Satz darf man in der FAZ schreiben? Was sagt denn die Kollegin Göbel dazu? Woher nur, woher soll Hoffnung kommen für die Anarcho-Kapitalisten und Öko-Neocons allüberall auf dieser Welt? Ein Atomkrieg Amerikas gegen den Iran ist doch eher ungeeignet, das Vertrauen in die USA und den Freien Markt zu revitalisieren, auch wenn die Israelis den Amerikanern die Drecksarbeit abnehmen. Und den Amerikanophilen in den Redaktionsräumen Deutschlands und den heftigen Ideologen in den unzählig vielen Thinktanks und Regierungsstuben Ost-Europas stehen die wirklich finsteren Monate noch bevor - an wen sie sich dann wohl wenden werden, wenn Gram und Schmerz sie drückt, weil auch das zweite Imperium zusammenbricht, so kurz nach dem ruhmreichen sowjetischen? Ob sie wohl dann vielleicht zur Einsicht kommen werden, daß sie in erster Linie Europäer sind - "Europe first, second and third". Da nichts menschlicher ist als der Opportunismus, werden wir alle noch erleben, wie die Freunde Amerikas aus Warschau, Riga, Prag, Kiev etc etc nach Bonn und Paris pilgern werden - Europäer aus ganzem Herzen, denn schließlich haben sie es immer schon gewußt ...

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07. September 2008 13:45

Was lustig durcheinander gewürfelt wird:

Reinhold Eysel (Eysel)

Ein "Bürge" muss nix zahlen! Erst dann zahlt er, wenn ganz sicher nix mehr zu holen ist. So weit sind wir noch ganz lange nicht! Die zu hoch beliehenen Hütten HABen einen Wert, mag er auch geringer sein als die Schuld. Nur wenn alle GLEICHZEITIG durch dieselbe Tür wollen ( würde Kosto sagen ) dann gibts ein Problem. Alle tun aber idiotischerweise so, als wären die 5200Mrd $ KOMLETT in den Sand gesetzt. Und das ist DUMMHEIT. Aber für Panik anfällig sind halt mehr Menschen als für Wissen + Vernunft. Der EIGENTLICHE Grund für die Misere ist die Panik, der Mensch. Was wusste schon Einstein? "Zwei Dinge sind unendlich. Die menschliche Dummheit und das Weltall. Beim Weltall bin ich mir nicht so sicher."

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07. September 2008 11:01

Das Milliardengrab...

David Weinmann (Terratex)

... IKB lässt grüßen. Die Deutschen machen grade auch nichts besser. Meiner Meinung nach wäre gerade JETZT der american way der richtige gewesen...

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07. September 2008 10:29

Ergebnis des neoliberalismus

Jeremias Knoblauch (Jeremias_Knoblauch)

Das passiert eben, wenn eine Gesellschaft nur noch ein Ideal kennt: das rücksichtslose Anhäufen von Kohle, Kohle, Kohle. Da geht man dann eben mal ein bisschen Risiko ein, tja, vor allem, wenn man als Firmenchef seine Wertpapiere zufällig noch gerade rechtzeitig vor dem Absturz verkauft hat. Und ja, ich bin sicher, das tut diesen Zecken so unglaublich Leid, dass ihre Schulden jetzt vom ohnehin höchstverschuldetsten Staat der Welt übernommen werden müssen. Diese Leute lachen doch über Washington! Die rahmen sich ihre Kontoauszüge, köpfen ne Flasche Schampus und schreiben Postkartenbewerbungen an andere Großkonzerne - so funktioniert er nämlich, der hochgepriesene amerikanische Neoliberalismus, in dessen Strukturen heutzutage 17% der unter 65-jährigen nicht einmal eine Versicherung haben und in dem trotz 10.000 Toten durch Schusswaffen immernoch kein strengeres Waffengesetz herausgebracht wurde, weil die Lobby herrscht und die Politik finanziert. Es lebe "God´s own country"!

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07. September 2008 05:08

zu spaet

Peter Doggen (Inuhund)

Guter, sachlicher Artikel. Die Auswirkungen dieser (Quasi-)Verstaatlichung werden immens sein. Ich haette -mir aber den Artikel eher gewuenscht. Warum kann ich auf Spiegel Online hierueber fast einen Tag frueher lesen, die FAZ-Wirtschaft hinkt aber hinterher. Bitte etwas mehr Internationalitaet Ihrer ansonsten guten Berichterstattung.

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06. September 2008 21:06

Zu wenig und zu spät...

Michael Arndt (Mikel1962)

Da leistet man sich wie in Deutschland eine extrem teure Aufsichtsbehörde und die taugt ebenso wenig. Wofür braucht man die, wenn sie nur dazu da sind, um hinterher den Dreck wegzufegen???

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06. September 2008 19:14

Das Irrenhaus

Jürgen Clasen (Heini1946)

Was hat das für Folgen, wenn ein Schuldenberg von 5200 Mrd $ auf den Staat übergeht ? Können Staatsanleihen dann noch die gleiche Triple A Einstufung haben ? Kommen weitere Banken unter diesen Schirm ? Wenn das alles so glatt geht, ja Herrgott sakra, laßt uns umgehend Schulden machen mit Zinsaussetzung, Tilgungsaussetzung und Geldverteilung an die armen Massen im großen Stil. Staatsdefizite sind egal. Freibier und Schampus für Alle ! Mann oh Mann, sind wir blöde. Schert Euch um nix. Es geht alles. Wer an Lafontaine zweifelt ist ein Idiot. Der Mann hat völlig recht. Verteilen wo es nur es nur geht. Der Staat nimmt alles auf seinen Deckel. Alle Wirtschaftstheorie ist grau. Man muß nicht gut wirtschaften können, sondern man muß sich nur gut zurechtfinden. Wer Pleite geht hat nur einen Fehler gemacht. Das gedrehte Rad war zu klein. Für die USA ist alles klar. Der Senator schmipft auf die Kaste in Washington der er selbst mehr als 20 Jahre angehört seine Vize predigt den Teenangern Enthaltsamkeit. HAHAHA... ein echtes Irrenhaus.

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