Nach dem angekündigten Stellenabbau

BMW-Chef verteidigt harte Einschnitte

18. März 2008 BMW-Chef Norbert Reithofer hat angesichts höherer Gewinne im vergangenen Jahr erneut die harten Einschnitte beim Autobauer verteidigt. Die angepeilten Verbesserungen der Rendite sicherten die Zukunft und die Unabhängigkeit des Konzerns, sagte Reithofer am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in München. Darüber hinaus hätten die Aktionäre einen Anspruch auf angemessene Verzinsung ihres Kapitals. „Das ist eine ebenso berechtigte Forderung in einer sozialen Marktwirtschaft wie die Forderung von Arbeitnehmern nach einem sicheren Arbeitsplatz.“ In diesem Jahr will BMW Absatz und Vorsteuergewinn weiter steigern. An der Börse stieg die BMW-Aktie am Mittag in einem posititiven Umfeld um 4,63 Prozent auf 32,55 Euro und gehörte damit zu den besten Dax-Werten.

BMW steht durch den schwachen amerikanische Dollar, hohe Rohstoffkosten und Forschungsausgaben unter Druck. Daher hatte Reithofer im vergangenen Jahr ein Sparprogramm angekündigt, mit dem die Kosten in den kommenden Jahren um insgesamt sechs Milliarden Euro gedrückt werden sollen. Der größte Teil davon soll mit rund vier Milliarden Euro auf den Einkauf entfallen. Aber auch beim Personal wird gespart. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 8.100 Arbeitsplätze wegfallen. Die Produktivität soll statt um fünf künftig um sieben bis acht Prozent pro Jahr steigen. Die IG Metall hatte die Einsparungen scharf kritisiert und vor „kurzsichtigem Renditedenken“ gewarnt.

Reithofer verdiente vergangenes Jahr fast 3,8 Millionen Euro

Unterdessen wurde im Geschäftsbericht der Gehalt des BMW-Vorstandschefs veröffentlicht: Reithofer verdiente im vergangenen Jahr 3,75 Millionen Euro. Neben einem Fixgehalt von 615.000 Euro verdiente er variable Bezüge in Höhe von 3,14 Millionen Euro. Hinzu kommen 161.000 Euro für Pensionsansprüche. 2006 hatte Reithofer 2,7 Millionen Euro in Form von Gehalt- und Bonuszahlungen bekommen. Insgesamt zahlte BMW seinem acht Vorständen 15,2 Millionen Euro an Bezügen.

Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Steuern von 3,87 Milliarden Euro erzielt. Unter dem Strich übersprang der Gewinn erstmals die Marke von drei Milliarden Euro. Beim Absatz und beim Umsatz erzielte BMW ebenfalls neue Spitzenwerte.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.

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