01. Dezember 2007 Conti-Chef Manfred Wennemer setzt seinem neuen Teilkonzern Siemens-VDO ehrgeizige Renditevorgaben: Ein Korridor zwischen 10 und 12 Prozent ist unser Ziel, sagte Wennemer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das Ziel solle so schnell wie möglich erreicht werden. Wenn es länger als 2010 dauen würde, wäre das eine Enttäuschung.
Am Donnerstag hatte die EU-Wettbewerbsbehörde Continental die Übernahme von Siemens-VDO genehmigt. Das Closing, der Kaufvollzug, erfolge vermutlich Mitte kommender Woche, sagte Wennemer. In zwei, drei Monaten werde er dann verkünden, was an den einzelnen Standorten passiert und wie viele Stellen abgebaut werden. Klarheit ist dabei das Wichtigste, bekräftigte Wennemer. Selbst schlechte Nachrichten sind für alle Beteiligten besser als eine lange Phase der Ungewissheit.
Kein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen
Die von der IG Metall geforderten Standortgarantien werde er ebenso wenig abgeben, wie das Versprechen, auf Entlassungen zu verzichten, betonte der Conti-Chef in dem Interview. Betriebsbedingte Kündigungen sind immer nur der allerletzte Ausweg. Sie ganz auszuschließen ergibt jedoch keinen Sinn, sagte Wennemer. Ich kann doch nicht Mitarbeiter mit irgendwas beschäftigen, wenn es nicht wirtschaftlich ist.
Auch Treueschwüre zu einzelnen Standorten werde es nicht geben, sagte der Conti-Chef: Man kann und darf keine Garantie für einen Standort abgeben, der nicht wirtschaftlich arbeitet. Nutzlos wäre das, kontraproduktiv. Die Realität holt Sie immer ein, dann wird alles nur schlimmer. Unsere Form von Garantien sind Investitionen!
Neues Geschäft erhofft sich der Autozulieferer Continental von dem Trend zu Billigautos in den aufstrebenden Volkswirtschaften in den Boom-Regionen. Selbst der das Segment der 2000-Dollar ist für uns interessant, sagte Wennemer der F.A.S. Wir liefern schon jetzt Bremssysteme für Autos in China, die 5000 Euro kosten. Auch da verdienen wir Geld.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: dpa
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