17. Mai 2006 BMW steckt sich neue Absatzziele. Im nächsten Jahr will der Münchner Konzern 1,4 Millionen Autos verkaufen, 2010 sollen es 1,6 Millionen sein. Vorstandsvorsitzender Helmut Panke nannte diese Wegmarken in der Hauptversammlung am Dienstag vor 4600 Aktionären. 2002 hatte der Auto- und Motorradhersteller das Erreichen des Absatzziels von 1,4 Millionen für 2008 angekündigt. Schon vor kurzem hatte Panke angedeutet, nach dem kräftigen Anstieg in den vergangenen Jahren ehrgeizigere Erwartungen zu hegen.
Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, unser Absatzziel von 1,4 Millionen Automobilen bereits 2007 zu erreichen, sagte er am Dienstag. Im vergangenen Jahr hatte BMW den Autoabsatz um 9,9 Prozent auf rund 1,33 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce gesteigert. Für 2006 rechnet der Vorstand mit einem geringeren Zuwachs, vor allem weil die Limousine der Dreier-Reihe seit März 2005 auf dem Markt ist und großen Anteil an dem Plus im vergangenen Jahr hatte. 1,6 Millionen Auslieferungen im Jahr 2010 würden eine Zunahme um mehr als 20 Prozent im Vergleich mit 2005 und eine Verdoppelung im Vergleich mit dem Jahr 2000 bedeuten.
Lob der Aktionäre
Auch Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger blickte einige Jahre zurück - allerdings auf die Entwicklung des Konzerngewinns. 2005 sei das Ergebnis vor Steuern mit 3,3 Milliarden Euro annähernd so hoch wie 2001 gewesen, als BMW 900.000 Autos produziert habe. Der Margenrückgang zeigt, daß die Ausweitung der Modellpalette nach unten ihren Preis kostet, sagte Schneider. Er spielte damit auf die seit 2004 angebotene Einser-Reihe und den Verkaufserfolg des Mini an.
Alles in allem lobten die Aktionäre aber BMW für die im Vergleich mit Wettbewerbern stattliche Rendite. Auf Kritik stieß allerdings die Dividende. Schneider bezeichnete die Ausschüttungsquote von 19 Prozent des Jahresüberschusses als unbefriedigend. Da müssen Sie schon aufpassen, daß Sie nicht ins Hintertreffen geraten, mahnte er den Vorstand.
Erwartungen der DSW
Die niedrige Ausschüttung liegt wie Blei auf dem Aktienkurs, kritisierte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Anhebung der Dividende um zwei Cent ist kein Premiumschritt. Für 2005 erhalten die Besitzer von BMW-Stammaktien 64 Cent je Anteilsschein, die Besitzer der Vorzüge jeweils 66 Cent. Panke erinnerte in seiner Antwortrunde daran, daß BMW im vergangenen Jahr 760 Millionen Euro für das Aktienrückkaufprogramm ausgegeben habe, was auch den Aktionären zugute komme. Dennoch deutete er Verständnis für die Kritik an der Dividendenhöhe an: Sie haben schon recht, wir sollten auch dort Premium sein, sagte der Vorstandschef. Auf Fragen nach einer zweiten Runde des Aktienrückkaufs antwortete er, es sei noch nicht entschieden, ob, wann und in welchem Umfang das Programm fortgesetzt werde. Von der Hauptversammlung ließ sich BMW ermächtigen, weitere Aktien zurückzukaufen.
Unzufrieden zeigte sich Bergdolt von der DSW auch mit der Entwicklung des Aktienkurses. Zwar habe der Aktienrückkauf im vergangenen Jahr dem Wert Schwung gegeben. In den vergangenen drei Jahren habe aber der Deutsche Aktienindex 200 Prozent zugelegt, der Kurs der BMW-Aktie nur 160 Prozent. Wenn BMW so gut ist und der Premiumhersteller überhaupt, erwarte ich, daß BMW besser abschneidet als der Dax. Am Dienstag notierte der Kurs der Stammaktie bei 41,31 Euro 1,1 Prozent höher. Im Frühjahr 2002 hatte er mit 47,60 Euro den bisher höchsten Stand erreicht. Ich erwarte, daß 2006 das beste Jahr für die Aktionäre von BMW wird, sagte Bergdolt. Sie wandelte mit ihrer Hoffnung Pankes Versprechen ab, 2006 werde das beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens.
Text: him., F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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