Wenn in Ihrem fiktiven Unternehmen 2% vom zusätzlichen Gewinn in Höhe von 10 Millionen Euro einen Bonus in Höhe von 2 Millionen Euro anstatt 200.000 Euro bedeuten, stellen Politiker-Interviews die geringsten Probleme des Eigentümers dar. Es sei denn, der Geschäftsführer erhält neben den 2% noch einige weitere nette (hier sehr intransparente) Boni, dann ist natürlich alles in bester Ordnung, oder gerade eben auch nicht. Agesehen davon stellt die Aussage Hernn Almunias nur eine Randbemerkung des Interviews dar, die zuwenig Substanz hat, um als Grundlage für eine Diskussion zu dienen. Einzelbeispiele führen nicht weiter, da man nicht weiß, welche Managergehälter Herr Almunia für unverantwortlich hält (nur manche, nicht alle).
Mal angenommen, ich besitze ein gut florierendes Mittelstandsunternhemen, das 100 Millionen Umsatz macht. Der Vorsteuergewinn liegt bei 10 Millionen. Ich bin müde und möchte mich zurückziehen. Qualifizierte Nachfolger in der Familie sind nicht da. Also suche ich einen Geschäftsführer. Ich bin überzeugt den Richtigen gefunden zu haben. Er erhählt einen Vertrag mit 1 Million Jahresgehalt und der Klausel, daß er mit 2% am zusätzlichen Gewinn beteiligt ist. Der schafft es tatsächlich durch „vernünftigen“ Zukauf, durch Erschließung neuer Geschäftsfelder den Umsat in 3 Jahren auf 200 Millionen zu steigern. Die Firma hat inzwischen die festen Stellen um 30% erhöht, der Vorsteuergewinn beläuft sich auf 20 Millionen, er erhählt 3 Millionen Jahresgehalt dank Bonus. Was ist daran unverantwortlich? Ist das Gehalt, das gezahlt wird, nicht allein in der Verantwortung des Eigentümers, mit welchem Recht erhebt ein Politiker seine Stimme gegen diese ganz private Entscheidung? Nur weil er weniger bekommt? Als Eigentümer tuen mir die 3 Millionen nicht weh, erlebe ich doch eine erhebliche Steigerung meines Einkommens im Ruhestand!