
... mit dem Gesundschrumpfen. Schon der Verkauf der Musikverlage war mehr von Panik denn von Kalkül getragen. Wenn man bedenkt, dass der Kaufpreis eines großen Musikverlags dank verlässlich eingehender Tantiemen allein aus Aufführungsrechten (vereinfacht: GEMA abseits der Tonträgerverkäufe, also primär Erträge aus Funk- und TV-Sendungen) in sieben Jahren eingespielt wird; dass Tantiemen bis 70 Jahre nach dem Tod des letzten beteiligten Urhebers fließen, ganz zu schweigen von hohen Lizenzen für Verwendung von Musik in Film und Werbung — dann schlachtet Bertelsmann hier ohne Not eine Kuh, die auch ungefüttert (also selbst ohne Zugang neuer Copyrights) noch jahrzehntelang gemolken werden könnte. Und dies bei geringem Aufwand, der sich auf Administration per Computer beschränkt, von einer Handvoll kundiger Menschen überwacht. Ob Reinhard und Liz Mohn gut beraten sind, sich auf Buchverlage (Random House etc.), Zeitschriften und TV-Drehorgeln (RTL plus Nebengeräusche) zu beschränken? Daran darf mit Fug und Recht gezweifelt werden.