15. März 2007 Die Übernahme des Konkurrenten Schering und ein kräftiges internes Wachstum haben den Umsatz des Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzerns 2006 um 17,2 Prozent auf 29 Milliarden Euro steigen lassen.
Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte sogar um 21,3 Prozent und erreichte mit 5,6 Milliarden Euro Rekordniveau. Das teilte der Konzern am Donnerstag auf seiner Bilanzpressekonferenz mit.
Auch ohne Schering-Effekt Gewinnsteigerung
Das Konzernergebnis verbesserte sich durch die hohen Übernahme- und Restrukturierungskosten allerdings nur um 5,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Besonders gut entwickelte sich die Gesundheitssparte. Hier stiegen die Umsätze um 46,6 Prozent.
Im Segment Pharma schossen die Erlöse um 84 Prozent in die Höhe. Doch auch das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln wie Aspirin, Canesten oder Bepanthen wuchs um 7,5 Prozent. Das Betriebsergebnis sprang um 75,7 Prozent in die Höhe. Auch ohne den Schering-Effekt lag die Gewinnsteigerung Bayer zufolge bei 23,7 Prozent.
Einbußen in der Pflanzensparte
Dagegen litt die Pflanzenschutzsparte CropScience unter den schwierigen Marktbedingungen und musste spürbare Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen. Die Kunststoffsparte MaterialScience konnte zwar die Umsätze steigern, musste aber ebenfalls deutliche Ergebniseinbußen hinnehmen.
Auch für 2007 stehen die Zeichen bei Bayer weiter auf Wachstum. Der Konzernumsatz und das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) sollen um mehr als zehn Prozent wachsen. Die Nettoverschuldung soll 2007 deutlich zurückgehen. Die Nettoschulden lagen Ende 2006 bei 17,473 Milliarden Euro.
Neue Ergebnisdimension
Die Anfang 2007 erhaltenen Kaufpreiszahlungen für das Diagnostika-Geschäft und H. C. Starck sowie die erwarteten Erlöse für Wolff Walsrode dürften die Verschuldung 2007 um rund 4,5 Milliarden Euro mindern.
Der Konzern stoße in eine neue Ergebnisdimension vor, sagte Konzernchef Werner Wenning nach einem vorab verbreiteten Manuskript. Hatte die bereinigte Ebitda-Marge 2002 noch bei 12 Prozent gelegen, soll sie 2009 die Größenordnung von 22 Prozent erreichen. In der Gesundheitssparte soll sie sogar bei etwa 27 Prozent liegen.
Analysten: Recht gute Zahlen
Bayer hat einem Händler zufolge recht gute Zahlen vorgelegt. Vor allem der Überschuss in Höhe von 311 Millionen Euro im Schlussquartal habe die Erwartungen der Marktteilnehmer bei weitem übertroffen, sagte der Börsianer in einer ersten Einschätzung am Donnerstag. Die Übernahme von Schering zahle sich nun aus, und der Ausblick liege im Rahmen der Erwartungen.
Ein Analyst wies darauf hin, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreiben nach Sondereinflüssen höher als von den Experten vorhergesagt ausfiel. Die Umsatzentwicklung habe ebenso positiv überrascht, sowohl in 2006 als auch im letzten Quartal. Erwartet wurde hingegen die Erhöhung der Dividende auf 1,00 Euro.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa und Reuters
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET
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