Der Vorstandschef der Sony-BMG im Gespräch

„Mit der Musikflatrate bekommen Sie alles von uns“

Sony-BMG, der zweitgrößte Musikkonzern der Welt, kündigt die rasche Einführung eines pauschalen Abonnementangebots im digitalen Musikvertrieb an. Im Interview mit der F.A.Z. erklärt Vorstandschef Rolf Schmidt-Holtz, wie er mit seiner Flatrate die Talfahrt der Musikbranche stoppen will.

Lesermeinungen zum Beitrag

25. März 2008 19:08

Total gaga!

Klaus Niedt (klausniedt)

Falls Herr Schmidt-Holz oder sonst irgendjemand in der Musikbranche ernsthaft glaubt, dass Konsumenten 72 oder gar 96 Euro für 40 bis 50 Titel bezahlen - über den Daumen gepeilt 1,60 bis 1,90 Euro pro Titel - ist er total gaga. Dann geht eher wieder das große Saugen in Tauschbörsen los.
Die Gier der Branche scheint unermesslich, die Verantwortlichen haben offensichtlich nichts gelernt aus dem Schiffbruch, den sie mit den absolut überteuerten CDs erlitten haben.

Klaus

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25. März 2008 00:51

Qualität: Künstlerisch und technisch

Benjamin Streeck (bstreeck)

1. Die Musikindustrie hat sich in den letzten 20 Jahren damit beschäftigt Geld zu verdienen und nicht damit, Künstler zu unterstützen. Wie Herr Schmidt-Holtz sagt, sie erschufen den Künstler als Marke. Teenies fallen auf Marken rein und Teenies kennen (noch) keine Qualität. Also haben sie mit Müll bespielte CDs gekauft um in zu sein, jetzt kopieren sie halt MP3, und sich noch immer in. Diese Generation hat wenige echte Künstler vorgesetzt bekommen, an denen sie hätten lernen können, dass diese Menschen eine Entlohnung für ihre Arbeit verdienen. Das Unrechtsbewusstsein ist zu recht nicht vorhanden: für Müll sollte man nicht zahlen müssen. Und für Allmosen an den Herrn Plattenchef hat berechtigter weise keiner etwas übrig.

2. Ich partizipiere beim digitalen Musikkauf erst dann, wenn ich entscheiden darf, ob ich MP3, AAC, Ogg Vorbis oder FLAC Dateien kaufe, und zwar ohne DRM! Bei 1€ pro Lied kann sich die Industrie dies aber nicht leisten, weil der Anreiz zur Raubkopie zu groß ist (und bisher ist noch jeder Kopierschutz geknackt worden). Bei €0,05 ist das Kaufen bequemer als Kopieren und für die Künstler ist auch genug drin, zugegeben für Herrn Schmidt-Holtz wird es dann Eng, aber wenn man keine Marke braucht, braucht man dann ihn?

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25. März 2008 00:30

"Wert der Musik"

christian haehnlein (haehnlein)

Eine alt eingesessene Industrie hat sehr große Angst und das aus gutem Grunde. Beethoven haben wir schon lange auf CD, Chartmusik interessiert, wenn überhaupt, nur noch ein paar Teenies. Die Menschen wollen neue und innovative Musik. Die wird aber leider nicht von Sony-BMG und Co geliefert. Diese Firmen setzen nur noch auf eine musikalische Kopie von einer Kopie, die mit jeder Kopie schlechter und schlechter wird.

Im Internet gibt es unzählige Online-Radiostationen, die innovative Musik legal zum Nulltarif in mp3-Qualität liefern und damit den musikalischen Horizont des Hörers erweitern. Auch die Musiker profitieren davon, denn man geht immerhin zu deren Konzerten und kauft die CD's. Wer möchten dann eigentlich noch, außer ein paar reichen Teenies, die auch Klingeltöne für Millionen von Euros kaufen, ihren Einheitsbrei für 6 bis 8 Euro monatlich haben Herr Schmidt-Holtz? Ich als ehemaliger Musiker kann Ihnen sagen, dass Sie sehr lange keinen Euro von mir sehen werden. Erst wenn Sie gelernt haben, dass es wieder nur um die Musik selbst und nicht um Profite geht, werde ich mir das vielleicht noch einmal überlegen.

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25. März 2008 00:17

Rolf Schmidt-Holtz

Dirk Rothhardt (jungejunge)

Durch diese 'werte'Herren rutscht das was uns Musik ins Haus bringt immer mehr in die Scheisse. Siehe WEA etc. Das geht an der Realität komplett vorbei. Aber das schöne daran ist : Wir werden auch ohne diese Musikemirate weiterhin schöner Musik lauschen können.
Und das ist gut so, wenn es einfach nur um das wesentliche geht. Musik. In der Musik gibt es keinen Vorstandschef. Stop verdi und schließt die GEMA, das Bestattungsinstitut des Dieter Thomas Heck und seinem Nachfolger F.Silbereisen. Wir sind der Weg.
Das Motto lautet. Geht ins Konzert. Darum geht es. Nicht etwa, wo kann ich mir nochmal eben schnell was brennen. Zeit für Musik muss sein , sonst geht was verloren. Das Eis ist dünn, aber es ist noch Eis........
Also Musikflatrate ist die Abschaffung der freien, kreativen Musik und Kunst.
Das kann nicht sein, das dies hier kommentarlos , wie deutsche Politik, hingenommen wird. Hurra Deutschland.

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24. März 2008 20:20

Sony-BMG mit Flatrate

Thomas Hereth (tommy_1970)

Sehr geehrter Herr Schmidt

Da sind Sie aber sehr optimistisch mit Ihren Prognosen.
Neulich habe ich einen 17-jährigen Anhalter mitgenommen. Wir kamen auf das Thema Musik zu sprechen, und er erzählte mir, im Besitz von ca. 7'500 Musiktiteln zu sein, in bester Qualität. Für keinen hat er je einen Cent bezahlt. Ich habe kurz nachgerechnet und festgestellt, dass ich in 25 Jahren etwa nur die Hälfte dieser Anzahl auf CD (legal) erworben habe. So sieht heute die Realität aus, nicht anders.

Sie glauben wohl kaum, dass diese "Zielgruppe" in Zukunft auch nur 8 Euro pro Monat für eine Handvoll Titel bezahlen.

Was hat denn die Musikindustrie in den letzten Jahren gemacht? Sie hat die Hörer systematisch mit niederwertigem "Müll" zugeschüttet (DSDS oder auch die "Technowelle" lassen grüssen). Qualitativ hochwertiges wurde dagegen im Hintergrund gehalten, so zum Beispiel entsprechende Künstler mit Musikkenntnissen (z.B. Qualifikationen im Fach "Gesang", oder das Beherrschen eines Instrumentes).
Und so kommt es, wie in jedem anderen Wirtschaftszweig auch: für KEINE Qualität wird auch NICHTS bezahlt. So einfach ist das.

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