Luftfahrt

Airbus an der Subventionsfessel

Von Marcus Theurer

Viele Augen schauen auf Airbus und wollen bei der Standortfrage mitenscheiden

Viele Augen schauen auf Airbus und wollen bei der Standortfrage mitenscheiden

20. Februar 2007 Die Krise beim europäischen Flugzeugbauer Airbus spitzt sich immer weiter zu. Dass sich das schon vor vielen Wochen angekündigte Sanierungsprogramm für das Unternehmen verzögert, ist eine Blamage. Sie zeigt ein weiteres Mal, wie groß die Gefahr ist, dass Airbus zwischen den Mühlsteinen nationaler Interessen zermahlen wird.

Trotz monatelanger Verhandlungen konnten sich Deutschland und Frankreich noch immer nicht einigen, ob und wie die Fertigung des neuen Modells A350 zwischen den verschiedenen Standorten aufgeteilt werden soll. Dass Politiker um die Arbeitsplätze kämpfen, deren Schaffung sie seit den siebziger Jahren mit Milliardensubventionen für Airbus unterstützt haben, ist verständlich.

Gift staatlicher Subventionen

Klug ist solches Beharren nicht. Airbus muss im knallharten Wettbewerb mit dem straff geführten amerikanischen Konkurrenten Boeing bestehen und ist gleichzeitig gefesselt durch betriebswirtschaftlich irrelevante Standorterwägungen.

Damit ist der Fall Airbus auch ein Lehrstück über das Gift staatlicher Subventionen. Lange Zeit galt der Flugzeugbauer in der öffentlichen Diskussion als Beispiel dafür, dass die Hilfen hier - entgegen den Warnungen vieler Ökonomen - gut eingesetztes Geld seien. Doch mit den Milliarden hat sich das Unternehmen von der Politik abhängig gemacht. Airbus wird daran zerbrechen, wenn die deutsche und die französische Seite so weitermachen wie bisher.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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