Der Versicherungsriese Swiss Life hat sich eine Sperrminorität am Versicherungsmakler MLP gesichert. Erst Anfang des Jahres hatten die Schweizer Life den MLP-Rivalen AWD übernommen. Die Beteiligung von Swiss Life an MLP beträgt nun 26,75 Prozent. MLP reagierte frostig auf den Einstieg. Dieser sei ohne Absprache oder gar Zustimmung mit MLP erfolgt, erklärte das Unternehmen.
Swiss Life kauft nach eigenen Angaben für 307 Millionen Euro ein MLP-Aktienpaket, das der Chef der deutschen Konzerntochter AWD, Carsten Maschmeyer, in aller Stille aufgebaut hatte. Mit der strategischen Beteiligung an MLP wollen wir unsere Position in der unabhängigen Finanzberatung im deutschen Markt zusätzlich stärken und die Zusammenarbeit intensivieren, erklärte der Swiss-Life-Verwaltungsratsdelegierte Rolf Dörig. Attraktiv sei MLP vor allem durch seine starke Position in der Beratung von Akademikern.
Swiss Life hat einer feindlichen Übernahme von MLP allerdings einen klare Absage erteilt. Wir bedauern sehr, dass der Eindruck entstanden ist, dass wir MLP feindlich übernehmen wollen. Davon kann keine Rede sein, sagte Swiss-Life-Chef Rolf Döring am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. Wir werden unseren Anteil nur im Einvernehmen mit MLP weiter ausbauen.
Eine Zusammenführung von MLP mit der Swiss-Life-Tochter AWD sei nicht geplant. Beide Marken ergänzen sich und wir garantieren, dass beide unabhängig bleiben. Wer eine Fusion anstrebt, der zerstört den Wert beider Marken.
Wir sind mit den Verantwortlichen von MLP in Kontakt, sagte Dörig. Derzeit streben wir ohne Einvernehmen mit MLP keinen Ausbau unserer Beteiligung an. MLP machte deutlich, dass das eigene Management keinen Bedarf für strategische Gespräche mit Swiss Life sieht.
MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg hatte am Mittwoch Widerstand gegen einen unliebsame Übernahme angekündigt. Jeder Versuch, gegen den Willen von Vorstand, Großaktionären und Beratern einen maßgeblichen Einfluss zu gewinnen, wäre von vornherein sehr fragwürdig, hatte er gesagt. Größter Aktionär von MLP ist Mitgründer Manfred Lautenschläger mit rund 32 Prozent.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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