Banken und Kreditkrise

Bear-Stearns-Chef muss angeblich gehen

08. Januar 2008 Die Kreditkrise fordert offenbar ein weiteres prominentes Opfer: Der umstrittene Chef der problembeladenen amerikanischen Investmentbank Bear Stearns, James Cayne, gibt sein Amt einem Zeitungsbericht zufolge auf. Der 73-Jährige wolle allerdings Vorsitzender des Verwaltungsrats bleiben, berichtet das „Wall Street Journal“ in seiner Onlineausgabe. Nachfolger an der Spitze der Bank solle voraussichtlich der Bear-Stearns-Topmanager Alan Schwartz (55) werden, heißt es unter Berufung auf damit vertraute Personen.

Die Bank hatte im vierten Quartal wegen der Hypothekenkrise den ersten Verlust ihrer Geschichte erlitten und musste Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen. Im Sommer waren zwei Hedge-Fonds von Bear Stearns spektakulär gestrauchelt. Konzernchef Cayne wurde Berichten zufolge intern vorgeworfen, seine Pflichten nicht ausreichend erfüllt und sich zu wenig um das Geschäft gekümmert zu haben.

„Wir sind offenkundig bestürzt“

Cayne führte Bear Stearns seit dem Jahr 2001. Im vergangenen Jahr hatten auch die amerikanischen Banken Citigroup und Merrill Lynch sowie die Schweizer UBS wegen massiver Probleme durch die Kreditkrise ihre Chefs ausgetauscht.

Kurz vor Weihnachten hatte Bear Stearns wegen der Immobilienkrise in Amerika den ersten Verlust ihrer Geschichte bekanntgegeben. Nach Milliardenabschreibungen rutschte die Bank im vierten Quartal mit 854 Millionen Dollar tief in die roten Zahlen. Wegen fauler Kreditpapiere bereinigte Bear Stearns Wertverluste von unter dem Strich 1,9 Milliarden Dollar. Die Bank schnitt damit weit schlechter ab als von Experten ohnehin erwartet. „Wir sind offenkundig bestürzt“, sagte Cayne damals.



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AP

 
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