Nutzfahrzeuge

Übernahmekampf zwischen MAN und Scania geht weiter

Im Hin und Her um MAN und Scania reißen die Spekulationen nicht ab

Im Hin und Her um MAN und Scania reißen die Spekulationen nicht ab

30. November 2006 Die EU-Wettbewerbshüter haben die Prüfung des Übernahmeangebots von MAN für den schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania um zwei Wochen bis zum 20. Dezember verlängert.

Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte am Donnerstag, das oder die Unternehmen hätten - nicht näher bezeichnete - Konzessionen in Brüssel vorgelegt. Diese würden jetzt geprüft. MAN erwägt eine Verlängerung der Angebotsfrist, die derzeit am 11. Dezember ausläuft.

MAN will vermutlich Übernahmeofferte verlängern

Scania lehnt das Angebot seines Münchner Konkurrenten als feindlich ab und fordert seine schwedischen Aktionäre seit Anfang der Woche in ganzseitigen Zeitungsanzeigen zur Ablehnung der Offerte im Volumen von 10,3 Milliarden Euro auf.

MAN erwägt unterdessen, die Annahmefrist für sein rund zehn Milliarden Euro schweres Scania-Angebot nach einer ausgeweiteten Kartellprüfung der EU-Kommission zu verlängern. MAN werde noch vor dem 11. Dezember eine Mitteilung zu der erwogenen Fristverlängerung herausgeben, teilte das Unternehmen mit. An diesem Tag läuft nach bisheriger Planung die Offerte ab. Der Konzern begrüße die Entwicklung in Brüssel, da die Klärung auf erster Stufe noch bis zum Jahresende möglich sei, hieß es.

Kein Gegenangebot von Scania

Scania hat wiederum am Donnerstag Börsenspekulationen auf ein Gegenangebot für den deutschen Konkurrenten MAN entkräftet. Der Verwaltungsrat der Schweden hat nach eigenen Angaben nicht darüber diskutiert, die ungeliebte Offerte des Konkurrenten MAN mit einem Gebot für die Münchener zu kontern.

„Das war kein Gegenstand der Diskussion in letzter Zeit, und es gibt keine Entscheidung über ein Gegenangebot oder etwas ähnliches“, sagte Verwaltungsratsmitglied und -sprecherin Peggy Bruzelius am Donnerstag. Zuvor hatten Marktgerüchte über ein bevorstehendes Gegenangebot von Scania für MAN die Aktie des bayerischen Unternehmens über vier Prozent in die Höhe schnellen lassen.

VW bevorzugt einvernehmliche Lösung

Der Volkswagen-Konzern, der sowohl bei MAN als auch bei Scania Großaktionär ist, wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern. Ein Sprecher verwies stattdessen auf die Aussagen nach der Aufsichtsratssitzung am 17. November.

Damals hatte der Konzern erklärt, er strebe nach wie vor eine einvernehmliche Lösung zwischen MAN und Scania an, sei erforderlichenfalls aber auch anderen Wegen gegenüber offen. Daraus schlossen Branchenexperten, daß VW auch ein feindliches Angebot unterstützen könnten.

Text: dpa, Reuters
Bildmaterial: REUTERS

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