Automobile

Chrysler sitzt auf 50.000 unverkauften Autos

Neue Chrysler-Autos: Wenig Interesse bei amerikanischen Kunden

Neue Chrysler-Autos: Wenig Interesse bei amerikanischen Kunden

16. Oktober 2006 Der amerikanische Autobauer Chrysler läuft einem Zeitungsbericht zufolge Gefahr, auf mehreren zehntausend Pkw sitzen zu bleiben. Mehrere große Handelsketten in den Vereinigten Staaten weigerten sich, zusätzliche Fahrzeuge der amerikanische Tochter des deutsch-amerikanischen Autokonzerns Daimler-Chrysler zu kaufen, berichtete das „Wall Street Journal Europe“.

Durch den Widerstand der Händler könne es für Chrysler schwieriger werden, im vierten Quartal die Verluste zu minimieren. Wegen der schwindenden Nachfrage nach Kleinlastern (Pick-Ups) und Geländewagen in den Vereinigten Staaten wird Chyrsler im dritten Quartal voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro Verlust einfahren und entgegen früheren Erwartungen auch im Gesamtjahr einen Milliardenverlust ausweisen.

Chrysler will die Produktion drosseln

Die Produktion will Chrysler drastisch herunterfahren, um die Lager bei den Händlern zu räumen. „Wir werden keine zusätzlichen Lagerbestände aufbauen“, zitierte die Zeitung Earl Hesterberg, Vorstandschef der Autohändlerkette Group 1 Automotive. „Ich wünschte, wir hätten nicht so viele Autos geordert, wie wir es getan haben.“

Dem Zeitungsbericht zufolge sitzt Chrysler auf rund 50.000 unverkauften Autos und will den Händlern in den Vereinigten Staaten einen Teil dieses Lagerbestandes zum Verkauf liefern. Für alle Fahrzeuge, die bereits seit sechs Monaten oder länger bei Händlern stehen, habe Chrysler einen Verkaufzuschuß von 1500 Dollar (1200 Euro) zugesagt, berichtete das „Wall Street Journal Europe“ weiter. Am Montag wolle sich die Chrysler-Führung mit mehr als 100 Autohändlern aus dem Mittleren Westen treffen.

Zetsche zeigt sich optimistisch

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat unterdessen das Umsatzrendite-Ziel von sieben Prozent in der Mercedes Car Group für 2007 bestätigt. Das Unternehmen habe eine „sehr ausgewogene und positive Basis“ für die Erreichung der sieben Prozent Umsatzrendite im nächsten Jahr, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Euro“. Der Autokonzern strebe in der Mercedes Gruppe eine Produktivitätssteigerung um etwa zehn Prozent an und die Materialkosten fielen 2007 noch stärker als in diesem Jahr. Auch die Kleinwagenmarke Smart werde wie geplant schwarze Zahlen schreiben.

Trotz des Milliardenverlustes im dritten Quartal prognostizierte Zetsche für Chrysler ein positives Ergebnis für die letzten drei Monate des laufenden Jahres. Allerdings wird Chrysler wie früher mitgeteilt für das Gesamtjahr einen Verlust von rund einer Milliarde Euro ausweisen. In Kanada, Mexiko und Europa habe Chrysler die Planziele bislang erfüllt. Absatzprobleme gebe es nur auf dem amerikanischen Markt. Außerhalb Nordamerikas werde Chrysler den Absatz im Vergleich zum Vorjahr von 180.000 auf 200.000 Fahrzeuge steigern. Das Unternehmen müsse daher weiteres Absatzpotential jenseits der Vereinigten Staaten suchen.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters und DPA
Bildmaterial: ddp

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