Hypothekenkrise

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Von Norbert Kuls

Die Nervosität an den Finanzplätzen hält an

Die Nervosität an den Finanzplätzen hält an

12. August 2007 Die Stimmung in New York und an anderen Finanzplätzen ist von Nervosität geprägt. Niemand weiß, welche Folgen die Verwerfungen am amerikanischen Hypothekenmarkt noch bringen werden. Die Börsenaufsicht prüft mittlerweile die Bücher der Wall-Street-Banken, um sicherzustellen, dass die mit minderwertigen Hypotheken besicherten Anleihen in deren Portfolios richtig bewertet sind.

Wer ist für diese Misere verantwortlich? Offenbar hat die Aufsicht der Baufinanzierer nicht funktioniert. Anders ist nicht zu erklären, warum sie jahrelang immer mehr variabel verzinste Hypotheken an Kunden vergeben konnten, die weder Geld für eine Anzahlung hatten noch ein regelmäßiges Einkommen nachweisen mussten.

Schwachstelle Ratingagenturen

Eine zweite Schwachstelle sind die Ratingagenturen, die die von Investmentbanken zu Anleihepaketen geschnürten Hypotheken mit hohen Bonitätsnoten versehen hatten. Das hat die Nachfrage der Anleger befeuert. Obwohl sich die Krise am Hypothekenmarkt schon vor Monaten angedeutet hat, haben die Ratingagenturen erst im Juli, also viel zu spät, die Bonität einiger Anlagen abgestuft.

Das liegt am System. Die Investmentbanken bezahlen Ratingagenturen für die Bewertung bei der Emission der Wertpapiere. Eine regelmäßige Neubewertung findet nicht statt. Es wird zu den Aufgaben der Aufsichtsbehörden gehören, das zu ändern und auch die Risikowahrnehmung der Aufseher zu verbessern.

Text: F.A.Z., 13.08.2007, Nr. 186 / Seite 11
Bildmaterial: AP, F.A.Z.

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