Finanzkonzern

Vikram Pandit soll Citigroup aus der Krise führen

11. Dezember 2007 Der krisengeplagte größte amerikanische Finanzkonzern Citigroup hat nach wochenlanger Suche einen neuen Vorsitzenden gefunden: Der bisher für die Investmentsparte verantwortliche Vikram Pandit soll künftig die Bank führen. Das teilte die Citigroup am Dienstag nach einer zwei Tage andauernden Sitzung des Verwaltungsrates in New York mit.

Der 50 Jahre alte Pandit ist Nachfolger von Charles Prince, der Anfang November wegen Milliardenabschreibungen der Bank infolge der Kreditkrise seinen Hut nehmen musste. Pandit kam erst vor gut einem halben Jahr zur Citigroup. Er arbeitete früher als Investmentbanker bei Morgan Stanley.

Bischoff leitet künftig Verwaltungsrat

Der in der Übergangszeit amtierende Citigroup-Chef Sir Winfried Bischoff werde neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bank, hieß es weiter. Prince hatte beide Ämter inne gehabt. Der in Deutschland geborene, 66 Jahre alte Bischoff war zuvor Chef des Europa-Geschäfts der Citigroup.

Vikram Pandit steht infolge der Kreditkrise vor großen Aufräumarbeiten in einem riesigen Konzern. Er gilt als erfahrener Finanz- und Investmentexperte. Allerdings stand er bislang nie an der Spitze eines börsennotierten Unternehmens und muss nun bei der Citigroup knapp 330.000 Mitarbeiter führen. Laut Branchenexperten bekam Pandit deshalb - anders als sein Vorgänger - nicht gleichzeitig den Vorsitz des Verwaltungsrates übertragen. Pandit fehle auch Erfahrung im für die Citigroup wichtigen Filialgeschäft mit Privatkunden.

Respektierte Führungsperson

Die Citigroup spielt als „Finanzsupermarkt“ auf allen wichtigen Geschäftsfeldern mit: vom Filialgeschäft über den Aktienhandel und die Vermögensverwaltung bis zur lukrativen Beratung und Finanzierung bei Fusionen und Übernahmen. Von der Kreditkrise wurde der Finanzkonzern stärker als alle anderen Banken in den Vereinigten Staaten getroffen. Seit Jahresbeginn verlor die Citigroup an der Börse fast 40 Prozent an Wert.

Der zwischenzeitliche Vorsitzende des Verwaltungsrates und frühere amerikanische Finanzminister Robert Rubin sagte zur Entscheidung der Bank: „Vikram Pandit hat sich einen Ruf als einer der am meisten respektierten Führungspersonen im Finanzsektor erworben.“



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa

 
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