Banken

Sondereinnahmen lassen Deutsche-Bank-Zahlen gut aussehen

01. November 2006 Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal 2006 dank des Verkaufs von Beteiligungen und anderer Sondereffekte den Gewinn um ein Viertel gesteigert und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Wie Deutschlands größtes Geldhaus am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, wurden unter dem Strich von Juli bis September 1,236 Milliarden Euro nach 991 Millionen Euro im Vorjahr verbucht. Im Schnitt hatten Analysten 1,03 bis 1,04 Milliarden Euro erwartet.

Allerdings profitierte die Deutsche Bank von Gewinnen in Höhe von 114 Millionen Euro aus dem Verkauf von Industriebeteiligungen. Allein aus dem Verkauf von Anteilen am Industriegasehersteller Linde erzielte die Bank 92 Millionen Euro. Hinzu kam die Zahlung einer Versicherung in Höhe von 125 Millionen Euro im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Ohne diese Einmaleffekte hätte der Gewinn lediglich 997 Millionen Euro betragen und damit leicht unter den Erwartungen der Analysten gelegen.

Aktienrückkäufe gedrosselt

Erwartungen übertroffen - zumindest auf den ersten Blick

Erwartungen übertroffen - zumindest auf den ersten Blick

Nach der Übernahme der Berliner Bank und der Norisbank-Filialen hat die Deutsche Bank ihr Tempo beim Rückkauf eigener Aktien gedrosselt. Im dritten Quartal 2006 seien 1,6 Millionen Papiere zu einem Durchschnittspreis von 88,66 Euro je Anteilsschein erworben worden, teilte die Bank mit. Damit investierte sie nur knapp 142 Millionen Euro. Im zweiten Quartal war es noch deutlich mehr gewesen. Damals hatten die Frankfurter für mehr als zwölf Millionen Aktien gut 1,1 Milliarden Euro auf den Tisch geblättert. Grund für die Zurückhaltung sei der Kapitalbedarf für die jüngsten Zukäufe, hieß es.

Für das Schlußquartal gab sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zuversichtlich. „Wir freuen uns, daß sich die Belebung der Geschäftsaktivitäten aus dem September im Oktober fortgesetzt hat“, erklärte er. Die Kapitalmärkte rund um den Globus seien in einer robusten Verfassung. Bei der Beratung von Fusionen und Übernahmen sei die Auftragslage vielversprechend.

Restrukturierung abgeschlossen

Erst Anfang Oktober hatte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann die Restrukturierung der Bank für abgeschlossen erklärt und eine Phase des verstärkten Wachstums ausgerufen. Den Fokus setzt der Schweizer dabei auf organisches Wachstum, ergänzt von kleineren Zukäufen. So hatte die Bank sich zuletzt auf ihrem Heimatmarkt mit der Berliner Bank und den Filialen der Norisbank gestärkt. Zudem wurden der amerikanische Immobilienfinanzierer Mortgage IT und der britische Vermögensverwalter Tilney erworben.

Seinen Optimismus hatte Ackermann dadurch unterstrichen, daß er erstmals seit geraumer Zeit wieder ein absolutes Gewinnziel nannte: Für 2008 peilt er einen Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro an.

FAZ.NET mit Material von Reuters, VWD und Bloomberg



Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

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