VW-Affäre

Volkert verläßt Volkswagen

Zu viele außertarifliche Leistungen? Klaus Volkert

Zu viele außertarifliche Leistungen? Klaus Volkert

21. August 2005 Der ins Visier von Korruptionsermittlern geratene frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat den größten europäischen Autokonzern verlassen.

„Er hat das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen“, sagte eine Volkswagen-Sprecherin. Das Magazin „Der Spiegel“ berichtete am Wochenende vorab, die mit der Klärung der Affäre beauftragten Wirtschaftsprüfer von KPMG hätten Hinweise auf falsch abgerechnete Dienstreisen Volkerts gefunden.

„Sehr hohe Spesenkosten“

Die Prüfer seien bei ihren Untersuchungen auf Hinweise gestoßen, daß der entlassene Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer Reisen von Volkert, die privaten Zwecken dienten, als Dienstreisen abgerechnet habe, berichtete das Magazin. Die gegen Volkert ermittelnde Braunschweiger Staatsanwaltschaft nehme dessen Reisen unter anderem nach Indien und Brasilien unter die Lupe. Die Ermittler sprechen unter anderem von einer „opulenten Reise nach Indien mit sehr hohen Spesenkosten“.

Ein VW-Sprecher sagte dazu, die Staatsanwaltschaft stütze sich bei ihren Ermittlungen auf Unterlagen, die ihr von dem Unternehmen übergeben worden seien. Ein Zwischenbericht von KPMG werde zur VW-Aufsichtsratssitzung im September erwartet.

Ohne Gehalt freigestellt

Volkert, der Ende Juni überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte, sei bis 30. November ohne Gehalt freigestellt und werde dann in den Ruhestand gehen, berichtete das Magazin. Volkert selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, wie es hieß. Ende Juni hatte er erklärt, er habe sich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht.

In der Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig seit längerem wegen des Verdachts auf Untreue und Bestechlichkeit gegen den früheren Personalvorstand der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und den einstigen VW-Manager Gebauer. VW hatte bereits mitgeteilt, mögliche Begünstigungen des Betriebsrates prüfen zu lassen. Angeblich gab es für den Betriebsrat Spesenbudgets, deren Verwendung nicht kontrolliert wurde. Gebauer hatte am 9. August erklärt, er habe sich nicht bereichert.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: AP

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