Auf dem Weg zur großen Lkw-Allianz

VW kauft sich mehrheitlich bei Scania ein

03. März 2008 Volkswagen übernimmt endgültig das Kommando beim schwedischen Lastwagenkonzern Scania. Der Wolfsburger Autokonzern zahlt den heimischen Anteilseignern aus der Wallenberg-Gruppe 2,9 Milliarden Euro für rund 30 Prozent der Stimmrechtsanteile, wie am Montag in Wolfsburg und Stockholm mitgeteilt wurde. Danach verfügt VW über 68,6 Prozent der Stimmrechtsanteile bei Scania. Der Kapitalanteil erhöht sich mit dem Zukauf von 20,89 auf 37,73 Prozent. Volkswagen zahlt den Schweden 200 Kronen je Scania-Aktie.

Nach Angaben der Wallenberg-Finanzgesellschaft Investor hatte Volkswagen bereits seit dem vergangenen Jahr hinter den Kulissen intensiv über eine neue Struktur mit Stockholm verhandelt. Vorausgegangen war ein von der Wallenberg-Gruppe erfolgreich abgewehrter Übernahmeversuch bei Scania durch den deutschen Konkurrenten MAN, der zuletzt 10,3 Milliarden Euro für Scania geboten hatte, aber am Widerstand der Hauptaktionäre des Konzerns gescheitert war. Bei MAN ist Volkswagen ebenfalls größter Anteilseigner. MAN hält seinerseits rund 17 Prozent der Stimmrechtsanteile bei Scania.

Piëch will die Zusammenlegung von MAN und Scania

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gilt seit längerem als Befürworter einer Zusammenlegung von MAN und Scania einschließlich der brasilianischen Lkw-Sparte des eigenen Konzerns. Mit der Erhöhung des Scania-Anteils ist Volkswagen bei der Bildung eines großen Nutzfahrzeugkonzerns einen Schritt voran gekommen. Sowohl MAN wie Scania haben in den vergangenen Jahren mit hohen Gewinnmargen operiert und können mit weiterem massivem Wachstum auf dem Weltmarkt für Nutzfahrzeuge rechnen.

Investor erklärte, dass der Marktwert von Scania heute um 40 Prozent höher liege als das erste Übernahmeangebot durch MAN im September 2006. Aufsichtsratschef Jacob Wallenberg sagte, es sei nun „der richtige Zeitpunkt gekommen, die Eignerstruktur zu klären“. VW habe sich seit dem Einstieg bei Scania vor acht Jahren als kompetenter und verantwortungsbewusster industrieller Anteilseigner erwiesen“.

MAN begrüßt die Übernahme des schwedischen Konkurrenten

MAN begrüßte die Übernahme des schwedischen Konkurrenten Scania durch Volkswagen. “Wir sehen darin die Möglichkeit, dass sich die
Chancen für die Zusammenarbeit verbessern“, sagte ein Sprecher. Es sei noch zu früh, um abzuschätzen, wie es auf dem Weg zu der geplanten Lastwagen-Allianz weitergehe. Die schwedische Finanzgesellschaft Investor hat den Verkauf ihrer Anteile am Nutzfahrzeughersteller Scania an VW als „natürlichen Schritt“ begründet. Damit sei die Eignerstruktur geklärt und die industrielle Kraft von Scania weiter gestärkt, hieß es in einer Erklärung in Stockholm. Investor bezifferte die Bareinnahme aus dem Verkauf auf 17,6 Milliarden Kronen (1,9 Milliarden Euro).



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, dpa

 
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