Selbstgebastelte Marktbeleuchtung in Delhi - Lichtsysteme in Indien sehen hin und wieder recht abenteuerlich aus

Energiesparlampen

Glühbirnentausch in Vishakhapatnam

Osram und RWE wollen in Indien Glühbirnen einsammeln und den Menschen dafür Energiesparlampen schenken. Weil das das Klima schont, bekommen die Unternehmen dafür Emissionsrechte - und zwar in einer Menge, die zu heutigen Marktpreisen mehrere Millionen Euro wert wäre. Von Nadine Bös

Lesermeinungen zum Beitrag

28. Februar 2008 13:30

Quecksilber

Lutz von Peter (LutzBrux)

Und wer spricht vom Quecksilber in den ach so ökologischen Energiesparlampen?
Zugegeben nur wenig Quecksilber per Lampe, aber bei den Absatzzahlen kommt schon ordentlich was zusammen.

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27. Februar 2008 14:55

Ökobilanz könnte man verbessern

Andreas Frick (Hephaistos)

Also die Ökobilanz der Energiesparlampen könnte man entscheidend verbessern, wenn man die Röhre vom Steuergerät trennen würde. Früher gab es das auch schon einmal. Das Steuergerät könnte man sicher so bauen, daß es mehrere Röhrenwechsel überdauern würde. Dann könnte man auch noch gleich einen besseren Anschluß statt des Gewindes einführen, oder es sofort in die Lampe integrieren. Die Röhren könnte man dann noch in verschiedenen Farbtemperaturen anbieten, je nach Zweck. Steuergerät und Röhre gehören natürlich getrennt entsorgt. Da die Röhre giftiges Quecksilber enthält, sollte da eigentlich ein Pfand drauf sein.

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27. Februar 2008 12:00

In Sachen Ökobilanz ...

Andreas M. Wirth (mightyson)

.. ist das letzte Wort bei den Energiesparlampen noch nicht gesprochen,
insbesondere was die Induktiv- Lasten angeht, die zwar vom Stromzähler
nicht erfaßt werden aber am Ende doch bereit gestellt werden müssen. Zu
diesem Thema war m.W. erst kürzlich ein Bericht in der Faz ! M.E. wäre es
da schon sehr viel sinnvoller die Kraftwerke in diesen Ländern entsprechend
zu modernisieren und endlich mal an der Bedarfsschraube zu drehen, das ist aber für RWE und Konsorten halt nun mal kein Geschäftsmodell ...

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27. Februar 2008 10:39

@ Andreas M. Wirth

Christoph Seidel (ChristophSeidel)

Dass die Energiesparlampen in Indien nicht recycelt werden, glaube ich noch nicht mal. Allerdings zweifele ich wie Sie an, dass diese Verwertung umwelt- und sachgerecht erfolgt. Die schiere Armut der untersten Schicht führt dazu, dass in Indien (wie auch in anderen Entwicklungs- oder Schwellen-Ländern) alles Mögliche gesammelt und der Verwertung zugeführt wird, denn in Energiesparlampen sind durchaus wertvolle Sekundärrohstoffe enthalten. -

Dass Energiesparlampe eine schlechte Öko-Gesamtbilanz haben, sehe ich dagegen anders. Sie verbrauchen in der Herstellung und Entsorgung etwas mehr Energie (und eine entsprechende CO2-Freisetzung) als Glüh- oder Halogenlampen, machen dies aber während des Betriebs aufgrund der langen Lebensdauer mehr als wett. Gleiches gilt auch für enthaltende Substanzen wie z.B. Quecksilber (< 3mg), denn auch bei der Kohleverstromung z.B. werden diese frei. -

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27. Februar 2008 10:10

CO2-Emissionen und Ökobilanz von Energiesparlampen

christian haehnlein (haehnlein)

@Andreas M. Wirth:

Die Ökobilanz von Energiesparlampen als "reine Katastrophe" zu bezeichnen ist schlicht und ergreifend falsch. Energiesparlampen verbrauchen gegenüber gleichhellen Glühlampen 80% weniger Energie bei zusätzlich 10facher Lebensdauer. Die Stiftung Warentest hat erst vor kurzem einen Artikel zur Schadstoffbilanz bei der Herstellung "normaler" Glühbirnen veröffentlicht. Die Emissionen von Schwermetallen bei der Herstellung entsprechen denen der in Energiesparlampen enthaltenen und bei der Herstellung anfallenden Schwermetalle. In Deutschland werden 5 große Kohlekraftwerke zusätzlich für die Nutzung "normaler" Glühlampen betrieben!

Bei den CO2-Emissionen durch Kohlekraftwerke ist Deutschland weltweit auf dem 6. Platz bzw. Spitze in Europa (360 Millionen Tonnen CO2 jährlich in 2007)
1. USA (2,8 Mrd.)
2. China (2,7 Mrd.)
3. Russland (660 Millionen)
4. Indien (580 Millionen)
5. Japan (400 Millionen)

Eine weltweite Übersichtskarte über die Kohlekraftwerke mit dem höchsten CO2-Ausstoß je kWh befindet sich auf der Seite des "Center for Global Development".

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27. Februar 2008 09:17

Ganz hervorragend ...

Andreas M. Wirth (mightyson)

... und weil gerade in diesen Ländern die spätere fachgerechte Entsorgung der hochgiftigen Bestandteile (z.B. Quecksilber und sonstige Schwermetall der Elektronik) auch durchweg gewährleitet ist kann man sich dann ja auch gleich
noch einen blauen Engel ins Schaufenster hängen ! Abgesehen davon sind die
ach so tollen "Energiesparlampen" in der Gesamt- Ökobilanz eine reine Katastrophe ! Aber was soll's ? Hauptsache der Rubel rollt ! Wir sind echt nicht mehr zu retten !

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27. Februar 2008 07:53

Klimapolitischer Organhandel

Christoph Seidel (ChristophSeidel)

Was RWE und Osram da praktizieren, ist ein klimapolitischer Organhandel und praktizierter Neokolonialismus unter dem Deckmantel der Energieeffizienz. Im 19. Jahrhundert exportierte man billige Stoffe aus Manchester und importierte im Gegenzug wertvolle Rohstoffe. Moralischer Impetus: "Da haben die Leute jetzt wenigstens was anständiges anzuziehen" Heute sind es im Gegenzug für das "Recht auf Umweltverschmutzung" Energiesparlampen, die irgendwo in der Dritten Welt für 'n Appel und 'n Ei zusammengelötet werden. Vielleicht sogar bei der Tochtergesellschaft Osram India Pvt.Ltd. Moralischer Impetus: "Da sparen die armen Inder Stromkosten." Pro Haushalt werden aber nur zwei Glühlampen eingetauscht. Angenommen so eine Energiesparlampe kostet in der Herstellung 1 Euro (wahrscheinlich noch viel weniger, denn ein besonders teures Modell wird es wohl kaum sein), dann sind das lediglich 700.000 Euro Kosten für die Sparlampen. Vielleicht kostet dann die ganze Aktion 1 Million. Im Gegenwert stehen dafür Zertifikate zu mehreren Millionen Euro. Cool. Wie war noch der Slogan: Es gibt Licht. Und es gibt Osram.

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