06. Juli 2009 Die Hanauer Heraeus Quarzglas GmbH & Co. KG wird die Zahl ihrer Mitarbeiter von 900 auf 690 verkleinern. Betroffen sind etwa 60 Arbeitsplätze am Standort Hanau und rund 150 im benachbarten Kleinostheim am bayerischen Untermain. Das Unternehmen erklärt diesen Schritt mit stark veränderten Marktbedingungen, die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise verstärkt worden seien. Deshalb habe die Geschäftsleitung entschieden, ihre Aktivitäten künftig auf das Kerngeschäft, die Herstellung von Quarzglas aus synthetischen und natürlichen Rohstoffen, zu konzentrieren. Damit will das Unternehmen nach eigenen Angaben seine weltweit führenden Marktpositionen in der Halbleiter- und Telekommunikationsindustrie stärken und ein profitables Wachstum sichern. Mit der Neuausrichtung verbunden sein sollen Investitionen in neue Technologien und verbesserte Materialien.
Der Personallabbau sei erforderlich, um den Erhalt der verbleibenden Arbeitsplätze im Rhein-Main- Gebiet zu sichern. Nach den Worten einer Unternehmenssprecherin seien alle betriebssichernden Maßnahmen wie der Abbau der Zeitarbeiter oder Kurzarbeit ausgeschöpft. Die Entlassungen würden in den kommenden Monaten über einen „Interessenausgleich mit dem Betriebsrat“ erfolgen. Bis zum Jahresende solle der Prozess abgeschlossen sein. Die geplante Erweiterung des Hanauer Stammsitzes am Kurt-Blaum-Platz, in die Heraeus in den kommenden Jahren rund 100 Millionen Euro investieren will, sei von den Sparmaßnahmen nicht betroffen.
In Hanau und in Kleinostheim arbeiten insgesamt rund 4000 Heraeus-Mitarbeiter. Neben dem Handel mit Edelmetallen befasst sich das Unternehmen mit der Herstellung von Sensoren, Dental- und Medizinprodukten sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. In Hanau sind alle Sparten vertreten.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Heraeus
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