10. März 2007 EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hat die Autoindustrie davor gewarnt, sich gegen die Bewegung für mehr Klimaschutz durch Abgasfilter zu stellen. Die Branche werde in Zukunft bei den Auflagen keine Kompromisse mehr durchsetzen können, um Belastungen zu begrenzen, sagte Dimas dem Magazin Spiegel. Das geht nicht mehr so wie früher, weil zu viele Menschen die fatalen Folgen kennen.
Das gelte vor allem für das Problem der Feinstaub-Emissionen: Da kann es keine Kompromisse mit der Automobilindustrie zu Lasten der Gesundheit geben. Er habe zwar großes Vertrauen in die deutsche Autoindustrie, sagte Dimas. Aber er frage sich, warum sie bei der Entwicklung der lukrativen Partikelfilter gegen Dieselruß eine so geringe Rolle spiele.
Was wir gemacht haben, reicht nicht
Die EU hatte am Freitag die Verringerung der CO-2-Emissionen bis zum Jahr 2010 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 beschlossen. Dimas zog eine gemischte Bilanz der Klimabeschlüsse des Gipfeltreffens. Was wir gerade gemacht haben, reicht nicht, sagte er, gestand allerdings zu: Wenn wir das mit dem vergleichen, was vor zwei Jahren möglich schien, sind das schon revolutionäre Fortschritte.
Dimas gestand ein, dass die Verteilung des Emissionsabbaus auf die EU-Mitgliedstaaten noch unklar und umstritten sei. Wenn es dann ernst wird, hapert es bei manchen an der Umsetzung. Und dann zeigt sich, dass vieles pure Heuchelei ist, kritisierte er. Dimas setzt nach eigenen Worten darauf, dass die nächste amerikanische Regierung gegenüber der Politik von Präsident George W. Bush eine Kehrtwende beim Klimaschutz vollzieht.
Text: FAZ.NET mit Reuters
Bildmaterial: dpa
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