Sportartikel

Puma macht einen Riesensatz

10. Februar 2006 Der Sportartikelhersteller Puma will sich nach dem siebten Rekordjahr in Folge dauerhaft als weltweite Nummer drei etablieren. „Die Fußball-Weltmeisterschaft bietet dazu eine riesige Chance“, sagte Vorstandschef Jochen Zeitz am Freitag in Nürnberg. Dank der Steilvorlage durch das WM-Turnier sollen die Erlöse im laufenden Jahr um 30 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro wachsen. Dagegen wird beim operativen Ergebnis wegen der bisher größten Werbekampagne in der Unternehmensgeschichte 2006 ein Rückgang von 10 bis 15 Prozent auf etwa 350 Millionen Euro erwartet.

Puma ist weltweit die Nummer drei hinter Nike und Adidas. „Die Aufholjagd ist abgeschlossen“, sagte Zeitz. „Puma steht nun an der Schwelle, sich als eine der drei Topmarken langfristig zu positionieren.“ Das Fußball-Geschäft spiele dabei eine entscheidende Rolle. Hier wollen die Herzogenauracher in diesem Jahr erneut zweistellig zulegen. Mit zwölf Mannschaften verfüge Puma über das größte WM-Portfolio aller Ausrüster. In dem WM-Städten Stuttgart, Hamburg und Berlin sollen eigene Shops eröffnet werden.

„Initialzündung für langfristige Dynamik“

„Wir sehen die Fußball-Weltmeisterschaft nicht als Strohfeuer, sondern als Initialzündung für langfristige Dynamik“, sagte Zeitz. 2007 werde man die „exzellente Entwicklung“ weiterführen. Dann rechnet Zeitz auch wieder mit einem Rekordgewinn. Das Unternehmen sei hervorragend in das neue Jahr gestartet, unterstrich der Vorstandchef. Die Auftragsbestände zum Jahresende lagen erstmals bei mehr als einer Milliarde Euro. 2005 steigerte Puma die konsolidierten Umsätze um 16 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Die weltweiten Markenumsätze legten um mehr als 18 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 11 Prozent auf 404 Millionen Euro. Der Konzerngewinn wuchs um 11,5 Prozent auf 286 Millionen Euro.

Zufrieden zeigte sich Zeitz „trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in einigen Schlüsselmärkten“ mit dem Geschäft in Europa. Die Umsätze hätten sich „unerwartet positiv“ entwickelt. In den USA, dem am härtesten umkämpften Sportartikelmarkt der Welt, wuchsen die Erlöse währungsneutral um mehr als 50 Prozent auf 472 Millionen US-Dollar. Auch für den deutschen Markt sei er „positiv gestimmt“, erläuterte Zeitz. Es sei eine leichte Belebung zu erkennen.

In Deutschland 300 zusätzliche Arbeitsplätze

Im WM-Jahr sollen in Deutschland 300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Weltweit stieg die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 1182 auf 5092, im Inland von 790 auf 836. In regionalen Märkten wie Japan, China, Kanada und Argentinien will Puma das Geschäft künftig selbst in die Hand nehmen. „Durch die Rückführung dieser Lizenzmärkte wird ein erhebliches zusätzliches Umsatzpotenzial für Puma erschlossen“, sagte Zeitz. Neu ist eine Kooperation mit dem japanischen Jeans-Hersteller Evisu. In Kürze soll die erste Puma-Jeans vorgestellt werden.

Die Aktien der Puma AG gewannen am Freitag zeitweise 6,5 Prozent auf 285,89 Euro und kletterten an die Spitze des MDAX. Zeitz kündigte eine Verdoppelung der Dividende für 2005 auf 2,00 Euro je Aktie an. Im Zuge des Aktienrückkaufprogramms hat das Unternehmen im vierten Quartal 90.000 Stück eigene Aktien erworben und hielt zum Jahresende einen Anteil von 5,3 Prozent.



Text: dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb

 

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