31. Juli 2008 Der Münchener Elektronikkomponenten-Hersteller Epcos ist auf der Suche nach einem Käufer endlich fündig geworden. Die japanische TDK will 1,2 Milliarden Euro für das Unternehmen zahlen. Epcos-Vorstandschef Gerhard Pegam war seit Jahren auf der Suche nach einem asiatischen Partner und hatte eine Beteiligung nicht ausgeschlossen.
Durch den Zusammenschluss wird eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der elektronischen Bauelemente entstehen, sagte er am Donnerstag. Der Elektronikkonzern bietet den Epcos-Aktionären 17,85 Euro je Anteilsschein, wie beide Unternehmen mitteilten. Am Mittwoch hatte die Aktie nur 13,88 Euro gekostet. Vorbörslich schoss sie um 26 Prozent nach oben. Die Japaner streben zumindest eine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie an der einstigen Siemens-Tochter an.
Bis Ende Oktober soll das Geschäft unter Dach und Fach sein
Das eigene Geschäft mit Elektronikbauteilen werde ausgegliedert und mit dem von Epcos zusammengeführt. Der Vorstand des neuen Unternehmens, das unter dem Namen TDK EP Components firmieren soll, werde mit drei TDK- und zwei Epcos-Managern besetzt. TDK gehe davon aus, die Transaktion bis Ende Oktober über die Bühne zu bringen. Epcos-Vorstand und -Aufsichtsrat unterstützten den Vorstoß.
Die Asiaten zeigten sich optimistisch. TDK ist vor allem in Asien, der größten Wachstumsregion, sowie (...) speziell in der Konsum-Elektronik und Informationstechnik, gut etabliert, sagte TDK-Vorstand Takehiro Kamigama. Die besonders in Europa starke Position von Epcos in den Wachstumsmärkten der Automobil- und Industrie-Elektronik sowie seine weltweite Bedeutung auf dem Gebiet des Mobilfunks passen bestens dazu. TDK halte bereits 2,5 Prozent an Epcos und habe sich den Zugriff auf weitere sieben Prozent gesichert.
Düstere Aussichten für das kommende Geschäftsjahr
Epcos legte zugleich Quartalszahlen vor. Der Umsatz habe im vergangenen Vierteljahr mit 367 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Das operative Ergebnis (Ebit) sei um zwei Millionen auf 28 Millionen Euro geklettert. Im Geschäftsjahr (bis Ende September) werde das Unternehmen wohl ein Ebit von 110 Millionen Euro schaffen, ein Plus von 25 Prozent, bekräftigte Epcos. Der geplante Umsatzzuwachs von vier bis sechs Prozent sei dagegen fraglich.
Für das nächste Geschäftsjahr sieht es düsterer aus. Sollte sich die Konjunktur weiter eintrüben und eine Entlastung bei den Rohstoffpreisen ausbleiben, könnten Umsatz und Gewinn 2008/09 zurückgehen.
Epcos ist spezialisiert auf eine Vielzahl von vorwiegend passiven Bauelementen, vor allem für die Auto-, Telekom- und Unterhaltungselektronikbranche. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt etwa 18.300 Mitarbeiter, davon 1900 in Deutschland. Zu den Kunden zählen Konzerne wie Bosch, Nokia, Siemens und Sony-Ericsson.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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