...sind "von Kanton zu Kanton" verschieden.
Die WestLB ist ein Wirtschaftsunternehmen, keine Behörde und auch kein Sparschwein - zumindest sollte sie das sein. Wie sie wirtschaftet, ist Sache des Managements und der Anteileigner. Kein Mensch bestreitet, dass da das eine oder andere schief gelaufen ist und dass man sich nicht so exponieren darf, wenn man als Banker was taugen will. Das ändert aber nichts daran dass die Aufgabe der WestLB das Geldverdienen ist - und das kann man an der Börse, wenn man es richtig macht.
Wenn es allerdings darum geht, die Ursachen für den hohen aktuellen Verlust aufzudröseln, ist nicht der einzig teure, aber der mit Abstand teuerste aller Regelverstöße sicherlich das Leck gewesen und nicht die vielen Verfehlungen vorher. Wer also nach Schuldigen für das desaströse Halbjahresergebnis sucht, sollte den Informanten nicht ausklammern. Insbesondere nicht, wenn er offensichtlich diesen Schaden bezweckt oder wenigstens wissentlich verursacht hat.
Wer unter dem Mäntelchen der Aufklärung ein Machtspiel spielt und damit bewusst viel mehr Schaden anrichtet, als das Anprangerte ohne ihn bedeuten würde, hat weder Schutz noch Fürsprache verdient.
Aufgaben der Landesbanken gehören, mit dem Eigenhandel gigantische dilettantische Spekulationen z.B. auf spezielle Aktiengattungen wie Vorzugsaktien und den ihnen innewohnenden Chancen und Risiken bei Erwartung bestimmter Entscheidungen zu praktizieren.
Da gibt es unbestreitbar tatsächlich ein Problem mit der Kontrolle - sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat.
Wie solche Schieflagen dann öffentlich werden, bleibt zweitrangig und hat ohnehin nur protokollarische Funktion, muß aber sein, besonders bei Instituten öffentlich-rechtlichen Charakters wie Landesbanken.
...dieser Kommentar.
Der größte Teil des finanziellen Schadens in diesem Skandal hat letztlich nicht soviel mit dem Versagen der Kontrollkette zu tun.
Er ist dem "Whistleblower" zu verdanken, der die Details der prekären Lage an die Presse gab und damit den Markt einlud, die exponierte WestLB nach Lust und Laune zu melken. Ohne dies wäre der Schaden wahrscheinlich dem Halbjahresergebnis kaum gefährlich geworden.
Nur die Journalisten wissen, wer die ominöse Quelle war. Aber auch als Outsider kann man an der Güte der damals geleckten Informationen erkennen, dass sie von jemand weit drinnen weit oben kamen, dem dieser lästige Nebeneffekt seiner "Aufklärungsarbeit" durchaus klar gewesen sein dürfte.
Wo waren denn da wieder die Aufpasser.
(z.B. früher schon Steinbrück und Rüttgers)
Versagt? Abtreten!