
Ich habe soeben den Artikel im Stern gelesen.
Zuerst einmal ist eine riesengroße Sauerei und entwürdigend, Mitarbeiter bis auf die Toilette zu verfolgen.
Was allerdings nicht im Stern veröffentlicht wurde war die Anzahl der überführten Diebstähle - dies war angeblich Auftrag der Detektei. Haben hier an Auflage interessierte Journalisten nur selektiv berichtet und die Hälfte der Fakten weggelassen? Und warum sagt Lidl&Schwarz nichts dazu?
Es ist, so glaube ich, unbestritten, das die meisten Diebstähle tatsächlich durch Mitarbeiter vollzogen werden. Nur warum? In besagtem Stern-Artikel wurden die belauschten Gespräche von Mitarbeitern wiedergegeben, die sich sorgten, ob ihr Gehalt schon überwiesen sei.
Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter fast wie Sklaven halten und mit Arbeit überfrachten -man schaue sich nur die Mitarbeiterzahl in einem Lidl oder basic im Vergleich zu einem Rewe und Tengelmann an, dann muß man sich nicht über mangelnde Identifikation mit dem Arbeitgeber und somit über eine niedrige Hemmschwelle bei Diebstählen durch Mitarbeiter wundern.
Schlußendlich muß jeder Verbraucher für sich die Konsequenz ziehen, ob er / sie solche Zustände durch Besuche in diesen Läden aktiv fördern will.

Wer je Gelegenheit hatte, von Marktleitern zu erfahren, wie stark Mitarbeiter in den Warendiebstahl verstrickt sind, wird Verständnis für Überwachungs-maßnahmen haben. Denn den Warendiebstahl zahlen letztlich alle ehrlichen Kunden.
Daß die DGB-Gewerkschaften, die - Gott sei Dank - bei Lidl nicht viel zu melden haben, das zu einer Staatsaktion aufblasen, ist nicht anders zu erwarten.
Ernst-Markfried Kraatz

Natürlich steckt hinter der Bespitzelung der Mitarbeiter System dahinter. Diese Bespitzelung ist sicher von oben angeordnet worden. Lediglich die Ausführung ist wohl etwas daneben gegangen. Man möchte angepasste stromlinienförmige Mitarbeiter, Ja-Sager, Ducker und Abnicker erzeugen. Dazu braucht man Totalüberwachung möglichst bis in die Toilette, denn dort könnte ja jemand rauchen, oder subversives Material verbreiten. Macht weiter so, wir Arbeitnehmer wissen immer besser, was wir von euren Methoden halten sollen.

wenn man es auf die Detektive schieben kann. Nur wers glaubt ist selber Schuld. Einfach mal ne Woche oder zwei boykotieren so als Warnschuß was anderes hilft eh nicht. Die Lügen doch dass sich die Balken biegen. Einfach nur widerlich.

bei 210 filialen ist es mehr als unglaubwürdig zu behaupten nichts gewusst zu haben..

Als Kunde wird man wahrscheinlich ähnlich überwacht à la:
Kunde kauft immer nur abends
oder Kunde kauft teuren Schnaps und billige Zigaretten
Kunde bringt Pfandflaschen von Aldy
Kunde zieht Fresse

Hier muss der Gesetzgeber handeln. Wer Persönlichkeitsrechte so drastisch verletzt, muss ähnlich wie bei einer schweren Körperverletzung auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
Eine lasche Geldstrafe bringt da nichts, das zahlen Konzerne wie Lidl aus der Portokasse. Die gesamte 'Befehlskette' die so einen skandalösen Missbrauch ermöglichte, also vom Marktleiter bis zum Vorstand muss persönlich dafür einstehen und sollte zukünftig, genau wie bei Körperletzung, auch mit Gefängniss bedroht werden.
Zu Recht wurden Stasi Spitzeleien scharf verurteilt, das gleiche muss auch für die private Wirtschaft gelten.

Der Arbeitgeber Lidl verhinderte Betriebsratwahlen nicht nur in Duisburg. Auch dort setzt Dieter Schwarz viel (kriminelle) Energie und Kapital ein, um Mitarbeiter weiter zu beherrschen. Mir erscheint Herr Schwarz als Pate in einer Mafia ähnlichen Organisation, der über dem Gesetz zu stehen scheint. Auch die Medien sind sehr vorsichtig, wohl um keinen großen Anzeigenkunden zu verlieren. Habe nur EINMAL eine längere Reportage im Fernsehen verfolgt, wo über die Machenschaften von Lidl berichtet wurde.
Trotz wenig Zeit, werde ich "meiner" Lidl Filiale nebenan jetzt mehr Aufmerksamkeit schenken und den Mitarbeitern dort meine Unterstützung bei BR Wahlen anbieten. Nur durch aktive Betriebsräte (und Medien) kann sich dort endlich etwas ändern!

Hier zeigt sich einmal mehr, dass Video-Überwachung am Arbeitsplatz zu Missbrauch führt, der es rechtfertigt, Video-Kameras am Arbeitsplatz, insbesondere wenn sie tongebendes Material enthalten, ganz zu verbieten. Es geht hier nicht um die Aufzeichnungen allein, sondern darum, dass dem Arbeitgeber dadurch Tatsachen bekannt werden, die ihn nicht zu interessieren haben.
Miniaturkameras, die jeden Schritt des einzelnen Arbeitnehmers am seinem Arbeitsplatz, bis hin zum Gang auf die Toilette, überwachen, sind rechtsmissbräuchlich und gehen an ihrem Sinn und Zweck, der ja offiziell dem Schutz vor Ladendieben dienen soll. Dasselbe gilt für das Mithören von Handytelefonaten und Gesprächen während der Pausen im Pausenraum.
Die bei Lidl bekanntgewordene Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern, lässt sich mit nichts rechtfertigen. Die Verwendung von Videokameras am Arbeitsplatz müsste, um dem Missbrauch vorzubeugen, datenschutzrechtlich nachhaltiger kontrolliert werden.

Es gehören ja zu solchen Vorgängen immer Menschen -- vor allem "Führungskräfte" --, die derlei herbei-"führen", ermöglichen, dulden. Und es gehört eine Haltung dazu, die Grundgesetz, Menschenrechte und christliche Ethik gern zum Bedrucken samtweichen 4-lagigen Papiers nutzt, so lange nur Profit und Aufstiegschancen groß genug sind.

Ein ziemlich verachtendes Vorgehen.
Passt allerdings in die heutige Zeit der allgemeinen Verwahrlosung unserer Gesellschaft und unserer Werte.
Wenn Personal nur noch als Menschenmaterial behandelt wird, egal ob in Firmen oder Behörden kann man keinen ordentlichen Service verlangen.
Es laufen auch einige Gebietsleiter der Firma Lidl mit „Bleifresse“ durch die Filialen. Dieses ist auch nicht Kundenfreundlich.
Lidl könnte durch Kundenbefragung zum gleichen Ziel kommen.
Der Kunde kennt die Mitarbeiter besser und könnte so als „aktiver Kunde“ ins Boot geholt werden und man gibt ihm das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Prima, dass LIDL so sehr um die Effizienz seiner Mitarbeiter bemüht ist. Wenn man die anderen bestehenden und durch renomierte Berichterstattung bewiesenen Vorwürfe hinzuaddiert, so müsste gerade dieses Beispiel der Politik eine Paradevorlage für die Einführung einer allgemeinen Tarifpflicht bieten. Was m. E. wesentlich sinnvoller wäre wie der beschlossene Mindestlohn!
Machen wir uns nichts vor, letztlich wird sich nichts ändern. Die Politik steuert weiter orientierungslos durch den globalisierten Kosmos und LIDL perfektioniert sein Kontrollsystem weiter.

...Überwachung als typisches Merkmal eines kapitalistischen Systems anprangert :-)