Luftverkehr

Lufthansa und Tui legen Billigflieger zusammen

29. Januar 2008 Die Lufthansa und der Touristikkonzern Tui wollen ihre Billigfluglinien Germanwings und Tuifly zusammmenlegen. Eine entsprechende
Grundsatzvereinbarung mit der größten deutschen Fluggesellschaft und dem Germanwings-Haupteigner Albrecht Knauf sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte Tui Travel in London mit. Auch der Regionalflieger Eurowings solle in das Joint Venture eingehen. Einzelheiten des Geschäftes müssten noch verhandelt werden, hieß es. Die Fusion dürfte erst im kommenden Jahr wirksam werden. Geplant sei, dass der Zusammenschluss spätestens im Frühjahr 2009 mit Beginn des Sommerflugplans arbeitsfähig sei, hieß es.

Ein erfolgreiches und ein weniger erfolgreiches Unternehmen

Tuifly hatte als Ergebnis aus dem Zusammenschluss der Tui-Töchter HLX und Hapagfly die Erwartungen des Reisekonzerns nicht erfüllt. Zuletzt musste die Kapazität wegen vieler leerer Sitze reduziert werden. So wandten sich unabhängige Reiseveranstalter ab und ließen ihre Gäste mit anderen Linien fliegen, weil sie die Neutralität von Tuifly nicht gewahrt sahen. Die Billigfluglinie Germanwings hingegen gilt als erfolgreich, sucht aber nach früheren Presseberichten wegen des starken Wachstums des Konkurrenten Air Berlin nach neuen Expansionsfeldern.

Die neue Fluggesellschaft würde nach früher veröffentlichten Zahlen über eine Flotte von rund 80 Flugzeugen verfügen. Tui fly betrieb im vergangenen Jahr 56 Boeing 737 und plante eine Passagierzahl von 13,5 Millionen. Germanwings hatte 27 Airbus 319 und 320 und rechnete mit 8 Millionen Fluggästen. Die konkurrierende Air-Berlin-Gruppe kam auf 126 Maschinen, mit Condor auf mehr als 150 Flugzeuge.

„Vielversprechende“ Buchungssituation für Tui

Wie es weiter hieß, sind die erhofften Einsparungen aus der September-Fusion der britischen Reisefirma First Choice Holidays und der Tui-Touristiksparte unter dem Dach der neuen Tui Travel in London größer als bisher erwartet. Das Synergiepotential werde nach zunächst rund 100 Millionen Pfund (135 Millionen Euro) nun auf rund 150 Millionen Pfund (202 Millionen Pfund) jährlich veranschlagt und soll von 2010 an voll wirksam werden. Vorher werden jedoch 180 Millionen Pfund (242 Millionen Euro) an Restrukturierungskosten fällig, wie Tui mitteilte. Durch Synergien, Veränderungen im klassischen Reisegeschäft und den Ausbau des gewinnträchtigen Geschäfts mit Spezialreisen sei mit einer deutlichen Verbesserung der operativen Rendite zu rechnen.

Die Buchungssituation bleibe vielversprechend, teilte das zu 51 Prozent zu Tui gehörende Unternehmen mit. Die Buchungen für Sommer 2008 seien in Großbritannien um acht Prozent gestiegen, in Nordeuropa um zwölf Prozent, in Mitteleuropa einschließlich Deutschland um acht Prozent und in Westeuropa um neun Prozent.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP

 
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