Aufspaltungspläne für die Banktochter geändert

Allianz will Dresdner-Privatkunden ausgliedern

08. Mai 2008 Die geplante Aufspaltung der Dresdner Bank soll anders ablaufen als bislang bekannt. Nach Informationen der F.A.Z. aus Bankkreisen hat die Allianz als Eigentümerin der Dresdner Bank die im März bekanntgegebenen Trennungspläne modifiziert. Nun soll das in der Sparte Dresdner Kleinwort angesiedelte Kapitalmarktgeschäft zusammen mit den Verwaltungsabteilungen (Corporate Center) weiter in der heutigen Dresdner Bank AG bleiben.

Das Privat- und Firmenkundengeschäft (PCC) soll dagegen als Tochtergesellschaft ausgegliedert werden. Dresdner Kleinwort könne aus buchungstechnischen Gründen nicht rasch genug aus der Dresdner Bank AG herausgelöst werden, heißt es zur Begründung.

Die ursprünglich angekündigten Pläne sahen dagegen anders aus: Im März hatte es geheißen, die Dresdner Bank solle in zwei eigenständige Kreditinstitute - eines für das Privat- und Firmenkundengeschäft und eines für das Kapitalmarktgeschäft - aufgeteilt werden. Beide Banken sollten vorerst unter dem gemeinsamen Dach einer neuen Holding geführt werden. Die Allianz will mit der Neuordnung die Bank auf mögliche Verkäufe, Fusionen und Partnerschaften vorbereiten. Vor allem das von Milliardenschäden durch die Finanzmarktkrise gebeutelte Kapitalmarktgeschäft macht große Probleme.

Höherer Handlungsdruck im Privatkundengeschäft

In Bankkreisen heißt es, die geänderten Pläne für die Aufspaltung der Bank deuteten darauf hin, dass die Allianz den Handlungsdruck im Privatkundengeschäft höher einschätze als im Kapitalmarktgeschäft. „Für PCC wird offensichtlich eher eine rasche Lösung gesehen als für Dresdner Kleinwort“, heißt es. Für die Privatkundensparte sei nach der Ausgliederung ab dem Sommer der Weg frei, an der erwarteten Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft teilzunehmen. Über diese wird seit Monaten spekuliert.

Die Allianz steht bei der Aufteilung der Dresdner Bank aus rechtlichen Gründen unter hohem Zeitdruck. Bis Ende August muss die Trennung vollzogen sein. Nur so lange können die Zahlen aus dem Jahresabschluss 2007 als Bewertungsbasis für die Spaltung herangezogen werden. Nach diesem Stichtag dagegen müsste die Allianz voraussichtlich warten, bis der Abschluss für das Geschäftsjahr 2008 vorliegt, wodurch sich der Umbau um rund ein halbes Jahr verzögern würde.

Vielzahl von möglichen Fusionsvarianten

Die Allianz liefe dann Gefahr, mit der Dresdner Bank nicht handlungsfähig zu sein, falls die Bankenkonsolidierung noch dieses Jahr in Gang kommen sollte. In der Branche wurden in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von möglichen Fusionsvarianten ausgelotet. Die Erwartungen wurden vor allem durch den möglichen Verkauf der Postbank angeheizt, der aber weiter offen ist. Bereits vor einigen Wochen sind etwa Planspiele über einen Schulterschluss von Dresdner Bank, Postbank und Commerzbank bekanntgeworden (siehe auch: Dresdner, Commerz- und Postbankk: Ambitioniertes Triumvirat).

In Bankkreisen wird aber weiterhin auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Allianz von der Dresdner Bank, die sie vor sieben Jahren für mehr als 24 Milliarden Euro übernommen hat, ganz trennt. „Die Allianz hält sich mit der neuen Struktur auch die Möglichkeit zum Komplettverkauf offen“, heißt es in Bankkreisen.

Starker Leidensdruck bei Dresdner Kleinwort

Für die Kapitalmarktsparte Dresdner Kleinwort wird durch die veränderte Form der Aufspaltung dagegen eine rasche Lösung nach Einschätzung von Beteiligten eher unwahrscheinlich. Denn das Investmentbanking würde in der neuen Struktur weiter zusammen mit dem Corporate Center der Dresdner Bank in einer Einheit geführt, was etwa einen isolierten Verkauf von Dresdner Kleinwort erschweren würde. Das Corporate Center, das Abteilungen wie Rechnungswesen, Personal und Risikomanagement umfasst, beschäftigt zurzeit mehrere tausend Mitarbeiter.

Bei Dresdner Kleinwort ist andererseits der Leidensdruck stark. Der Bereich ist seit Ausbruch der Finanzmarktkrise im vergangenen Sommer zum größten Krisenherd im Allianz-Konzern geworden. Bis Ende März sind durch Abschreibungen auf Wertpapiere Schäden von rund 2,4 Milliarden Euro entstanden. Dadurch sind mittlerweile die Gewinnziele der Allianz insgesamt gefährdet. Die Ankündigung zur Aufspaltung der Dresdner Bank wurde deshalb als Startschuss für den teilweisen oder kompletten Verkauf von Dresdner Kleinwort gedeutet.



Text: theu. / F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

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Ergebnis
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
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TecDax 866,04 +0,54
DowJones 12.986,80 -0,05
Nasdaq 2.528,85 -0,19
STOXX 50 3.862,91 +0,21
Nikkei 225 14.219,48 -0,23
S&P 500 Zert. 14,25 +1,28
Euro/Dollar 1,56 +0,00
Bund Future 113,46 -0,09
Gold 902,30 +0,27
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