Angriff auf das ungeliebte deutsche Pendant StudiVZ: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen

Netzwerker im Clinch: Facebook verklagt StudiVZ

Sie gehören zu den meistaufgerufenen Seiten im Internet - und ihr Erfolg beschäftigt jetzt die Justiz. Facebook wirft seinem deutschen Gegenstück StudiVZ in einer Klage vor, intellektuelles Eigentum gestohlen zu haben. Dagegen wehrt sich der Gründer von StudiVZ, Ehssan Dariani. Von Holger Schmidt

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Juli 2008 14:34

Verkauf waere sinnvoll

C. Berghoff (cbergh)

Es ist in der Tat so, wie ein anderer vor mir kommentiert hat: meine internationalen Freunde finde ich auf Facebook oder LinkedIn, meine deutschen Freunde auf StudiVZ oder Xing. Ich wuerde es begruessen, wenn diese deutschen Inseln in die groessere internationale Gemeinschaft aufgingen, wobei Facebook auch noch das technisch weitaus bessere Produkt ist, waehrend mir Linkedin weniger gut gefaellt als Xing. Mir leuchtet nicht ein, warum Deutschland bei Social Networks gleich zwei Sonderwege gegangen ist. Meine Freunde haben alle studiert und koennen Englisch. Die Italiener und Franzosen sind frueh massenhaft auf Facebook und LinkedIn aufgesprungen, obwohl diesen Laendern schlechtere Englischkenntnisse als Deutschland nachgesagt werden. An der Sprache kann es also nicht liegen. Wenn die Nutzer von StudiVZ merken, wieviel besser Facebook ist, werden sie wechseln. Es ist nur eine Frage der Zeit. Den Eigentuemern von StudiVZ ist also wohl geraten, rechtzeitig zu verkaufen, solange ihr Produkt noch viel Wert ist. Vielleicht ist ihnen das ja auch bewusst und sie pokern derzeit nur um den Preis.

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20. Juli 2008 22:09

Kontra Idee-Patente

Andreas Müller (abumachuf)

Sehr geehrter Herr Drischel, das Urheberrecht schützt gegen Plagiate, wohl aber darf man eine Idee neu implementieren. Die Argumente gegen Software-Patente brauche ich hier nicht wiederholen, sie sind auf den Seiten der FFII zusammengefasst: http://patinfo.ffii.org/recht.de.html Falls der Link gelöscht wurde, googlen Sie nach "urheberschutz versus patente"

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20. Juli 2008 20:48

Ideen-Patente

Rüdiger Drischel (rudyguy)

Warum keine Patente auf Ideen? Solange diese neu und exakt beschrieben sind, sollte hier Urheberschutz gelten wie für Patente z. B. für Medikamente oder technische Bauteile. Oder bei letzteren müsste fairerweise ebenfalls der Patentschutz aufgehoben werden. Das amerikanische Rechtssystem ist hier nicht "absurd" wie es manchen scheint, sondern es fusst auf einem anderem Verständnis von Privateigentum: dem als Naturrecht des Menschen. Eine Qualität, die das deutsche Rechtssystem nicht kennt. Wer will schon, dass mit seiner ureigensten Idee andere, z. B. "gewiefte Deutsche" (@Fahrig), Geld verdienen? Der späte Zeitpunkt des Markteintritts von FB in Europa entschuldigt nicht das unautorisierte Vereinnahmen geistigen Eigentums anderer. Ob es sich hier um frechen Diebstahl einer als eigenständig dokumentierten und schützenswerten Idee handelt oder um normalen Wettbewerb sollte nun ein Gericht klären. Apropos Markt: FB ist mehr als ein social network; FB ist Innovator neuer cloud-basierter Systeme. Spätestens hier muss ein schwaches Plagiat wie StudiVZ passen. FB wird, unabhängig vom prozessualen Ausgang, StudiVZ am Markt klar schlagen.

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20. Juli 2008 11:02

Software-Patente

Andreas Müller (abumachuf)

Zum Glück gibt es in Europa keine Patente auf Software-Ideen, sonst hätte Microsoft ein Patent auf "Interaktive Manipulation von Textdaten mittels Maus und Tastatur" und es würde kein OpenOffice und kein SoftMaker Office geben, es würde nur noch einen einzigen Online-Versender mit Warenkorbsfunktion (Amazon) und nur noch eine einzige Social Networking Webseite geben. Zum Nutzen für Kunden und Innovation ist dies aber nicht so (auch wenn die Groß-Industrie andauernd versucht, Softwarepatente einzuführen und Monopole aufzubauen). So kann jeder zum Nutzen der Kunden und des Wettbewerbs sich hinsetzen und vorhandene Software nachprogrammieren (und dies ist gar nicht so einfach).

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20. Juli 2008 02:50

FB in Deutschland

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

Nochwas dazu: Warum muss ein Unternehmen, das 5% (?) für 100 Millionen an Microsoft verkauft hat auf Übersetzungen einer Community vertrauen??? Ständig sind Fehler selbst auf der Startseite, eine Unterscheidung zwischen "Freund" und "Freundin" ist im System nicht vorgesehen. Stimmt, StudiVZ war in manchem schlampert - aber immerhin sind sie kein Milliardenunternehmen wie FB!

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20. Juli 2008 02:46

Wer zuletzt kommt...

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

...den bestraft das Leben. Facebook ist zu spät gekommen. Pech gehabt. Sie haben zwar in Amerika den MArkt dominiert, aber vor allem Deutschland unterschätzt. Ich nutze beides. FB für meine englischen und internationalen Freunde, SVZ für die deutschen Komilitonen und Freunde. Und ja, das GRUNDPRINZIP ist gleich: vernetzen. Aber da hört es (entgegen vieler Behauptungen) eigentlich auch schon auf. Und vernetzen hatten zuvor auch schon andere, beispielsweise OpenBC (XING) und Myspace. Wer der erste war weiß niemand. Kommen wir zu Designähnlichkeiten. Wo sind die bitte? Ich kenne das frühe Facebook kaum, aber vergleichen wir es heute (zur Klageeinreichung). Es fällt auf: grundverschieden. Nicht mal die Navigation an der gleichen Stelle, SVZ: links, FB: oben. Funktionen? SVZ: nur feste, FB flexible (funktionsreicher, aber chaotisch). Wer StudiVZ in seiner heutigen Form eine Kopie nennt, der kann auch FB eine Kopie von Myspace (schrecklich!) nennen. Mit den ganzen Anwendungen ist es das ohnehin. Oder eine Kopie von Wordpress: man kann Bloggen! Oh nein!!!!! Wenn FB Erolg hätte, dann wäre das die Legitimation, jeden zu verklagen sobald er Konkurrent zu werden droht. Peinlich! Dass FB Deutschland vernachlässigt hat ist eigene Schuld!

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19. Juli 2008 15:27

@David Schneider

Frank Geiser (geiser123)

... Ich frage mich immer wieder warum es Menschen gibt die sich an Kleinigkeiten wie diesem Uebersetzungsfehler hochziehen. Die eigentliche Kerngeschichte des Artikels wurde dadurch in keinster Weise geschmaelert. Daraufhin auch noch ueberheblich zu verkuenden das man die FAZ mit einem Klatschmagazin vergleichen kann ist die Hoehe. Gut zu wissen das Ihnen in Ihrer Karriere offenbar noch kein Schnitzer unterlauffen ist ... oder doch? Hiess es nicht in einem beruehmten Werk: Wer frei von Schuld werfe den ersten Stein ... ? ... Vielleicht mal wieder in der Kirche vorbeischauen ... ;-)

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19. Juli 2008 15:05

Wo fängt Besitz an?

Calpo Salmrohr (calpo_salmrohr)

Die heikle Frage ist doch hier, wo das geistige Eigentum beginnt und wann es geschützt werden muss. Die angesprochenen Features sind rein technische Angelegenheiten, denen eine bestimmte Programmierung zugrunde liegt. Kann eine Reihe womöglich identischer Befehlsfolgen in einer Programmiersprache Gegenstand einer Debatte um geistiges Eigentum sein? Kann die Ähnlichkeit der Schaltpläne der Kaffeemaschinen von Hersteller A und Hersteller B Gegenstand einer solchen Debatte sein? Ist es geistiger Diebstahl, sich an Vorbildern "zu orientieren", wie es seitens StudiVZ heißt? Oder, vielleicht auch einmal hinsichtlich sozialer Netzwerke gefragt: Kann ein Stadtteiltreff einen anderen verklagen, weil ihr Konzept und ihre Einrichtung sich ähneln? Die einfachste Lösung wäre sicher, daß die Menschen sich besinnen und wieder "im realen Leben" zusammenfinden, anstatt sich gegenseitig zu gruscheln und Freunde auf einer Liste zu sammeln, deren richtigen Namen sie nicht mal kennen ...

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19. Juli 2008 14:44

"Daimler-Benz hat das Auto erfunden"

Nils Decker (nifiction)

...war der Kommentar Michael Brehms (weitere Mitbegründer von StudiVZ) - "das heißt noch lange nicht, dass BMW nicht Autos auf Basis des gleichen Grundprinzips bauen dürfe...". Stimmt schon irgendwie, oder nicht? Facebook hatte einfach sehr lange keine Absichten in Deutschland und dann gemerkt, dass auch old Europe über ein interessantes Publikum verfügt, an denen man sogar Euros, nicht zweite Welt Währungen wie den USD, verdienen kann. Bißchen spät die Einsicht und jetzt nachtreten... typisch amerikanisch eben!

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19. Juli 2008 13:56

In Deutschland auf Grund welcher Rechtsgrundlage ??

Paul Rabe (heidelpaul)

Im absurden amerikanischen Rechtssystem kann jeder jeden wegen 'Diebstahl geistigen Eigentums' verklagen. Was genau eigentlich 'geistiges Eigentum' ist, wird dann, jedesmal neu, im Prozess definiert und obliegt oft nur dem subjektivem Empfinden der Beteiligten. Das schadet zwar inzwischen massiv der Wirtschaft ist aber ein Milliardengeschäft für Anwälte. In Deutschland sind wir da (noch) zum Glück viel präziser. Ich wüsste keine Rechtsgrundlage nach der eine 'Idee' überhaupt schützenswert wäre. Geschäftsprozesse, 'Look&Feel', grundlegende Funktionen von Software (z.B. wie ein User durch eine Webseite geführt wird) können auf guten Ideen beruhen, aber nach deutschen Recht sind diese NICHT schützbar !! Und das ist auch gut so. Wenn der Kneipenwirt um die Ecke feststellen sollte, daß seine Gäste besonders viel trinken, wenn er das Bier statt in Gläsern jetzt in rosa Tassen serviert, soll diese Idee schützenswert sein ? Natürlich nicht, niemand würde es (in Deutschland) verbieten, daß einen Tag später jeder andere das auch so handhabt. Aber wenn in den USA einer seine Webseite mit roten Punkten auf leuchtenden gelben Sternen ausstattet, dann glaubt man dort das sei schützenswert. Hoffentlich nie in Deutschland....

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19. Juli 2008 13:55

@Herr Fahrig

Markus Leibold (MSL)

Facebook ist eine der innovativsten Seiten, die es im Netz gibt, und hat im Wochentakt Neuerungen und Innovationen - das ist der Grund, aus dem mein Bekanntenkreis schon seit längerer Zeit nur noch fast ausschliesslich Facebook verwendet. StudiVZ hat seit Launch noch zwei bis drei Funktionalitäten von Facebook kopiert - und zwar grausig, sodass sie für StudiVZ-Nutzer sinnlos sind (wer die Seiten verwendet: die Statusanzeige ist so ein Fall - in Facebook genial, im StudiVZ sinnfrei). StudiVZ verwenden nur Studenten, die sich im Englischen nicht wohl fühlen. Zudem: Jeder, der Dariani schon persönlich begegnet ist (er ist ein ehemaliger Kommilitone), wird nur begrenztes Vertrauen in die Seite haben. StudiVZ hat seine PASSWÖRTER verloren und hatte so unglaublich stümperhafte Fehler, dass man sich an den Kopf fasst - alle klassischen 'Anfängerlücken', die in jedem Buch über die Technologie behandelt werden, wurden hier gemacht. Und das kann durchaus dazu führen, dass deutsche User auch Facebook deutlich weniger Vertrauen entgegenbringen, ist ja schliesslich 'eigentlich das Gleiche'. Hinzu kommt die Dreistigkeit: StudiVZ ist durch _Zufall_ zu den alten Facebook-CSS-Sheets voll kompatibel...

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19. Juli 2008 12:31

Diebstahl von geistigen Eigentum nur vorgeschoben

Thomas Fahrig (tf14)

Man muss schon zugeben, dass die Idee des Netzwerkes von Facebook kommt und StudiVZ die Idee als Trittbrettfahrer ausgenutzt hat. Aber was ist denn daran so schlimm. Wenn die Amis es nicht schaffen ihr Facebook auch in Deutschland anzubieten, dann ist es doch selbstverständlich, dass sich gewiefte Deutsche sich diese Idee zu Eigen machen und es auch in Deutschland anbieten. Wie lange hätten die deutschen Studenten auf dieses Netzwerk und auf die Art der Kontaktpflege verzichten müssen. Der Grund, dass die Nutzer von StudiVZ denken dass dahinter Facebook steht und somit die Schwachstellen auf Facebook projizieren, ist salopp ausgedrückt - Blödsinn. Der Großteil der Nutzer von StudiVz kennt Facebook gar nicht. Und darin liegt auch das Problem - Facebook will einfach das StudiVz als Konkurrent verschwindet, damit sie die Gewinne einstreichen können! Anstatt, dass Facebook neue Konzepte entwickelt, so dass die Nutzer zu ihnen ins Netzwerk kommen, oder anderweitig ihre Vorteile bekannt machen. Nein, sie wollen einfach nur, die Konkurrenz einschüchtern.

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19. Juli 2008 12:25

Endlich

Andreas Breuer (IUSTINUS)

StudiZv gehört zu den dreistesten Plagiaten überhaupt, und lange Zeit fragte man sich warum Facebook nicht unternommen hatte. Es ist kein gutes Aushängeschild für ein Land wie unseres, das geistiges Eigentum hoch hält, wenn einige schwarze Schafe Geld damit machen, fremde Websites zu spiegeln. Von Personen wie Ehssan Dariani würde ich nicht mal einen Gebrauchtwagen kaufen, geschweige denn ein Produkt wie StudiVZ. Die Holtzbrinck Gruppe hat nur Diebesgut erworben.

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19. Juli 2008 11:22

"virtually identical"

David C. Schneider (steinway)

"Virtually identical" heißt es wahrscheinlich in der Klageschrift und das heißt nicht "virtuell identisch"! Für die Webseite der bestgeschriebenen deutschen Tageszeitung ist das ziemlich peinlich. Wer ein elitär-intellektuelles Image pflegt wie die FAZ muss auch höhere Erwartungen erfüllen. Sonst kann man ja gleich wieder SPON lesen...

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