15. November 2006 Der Versuch eines einvernehmlichen Zusammenschlusses von MAN und Scania ist nach Informationen der F.A.Z. vorerst gescheitert. Damit kann der Münchner Lastwagen- und Bushersteller voraussichtlich nur noch auf feindlichem Weg eine Übernahme des schwedischen Konkurrenten erreichen.
Die Gespräche von MAN, Scania und Investor AB, dem Großaktionär von Scania, seien im Sande verlaufen, hieß es am Dienstag im Umfeld des schwedischen Konzerns. Sowohl das Management von Scania als auch Investor lehnten die Pläne des Münchner Unternehmens ab. Die Vorstellungen beider Seiten liegen weit auseinander, vor allem was die erwarteten Synergien betrifft, wie in der Branche zu hören ist.
Widerstand auch bei den Gewerkschaften
Scania-Chef Leif Östling hatte das Vorhaben von Håkan Samuelsson, dem schwedischen Vorstandsvorsitzenden von MAN und früheren Scania-Vorstand, von Anfang an als feindlich bezeichnet. Die Schweden werfen Samuelsson vor, nur die Interessen von MAN im Blick behalten zu haben. Am Dienstag haben zudem die im Scania-Konzern vertretenen Gewerkschaften Widerstand gegen MAN bekundet.
Ein Sprecher von MAN lehnte einen Kommentar zu den erfolglos beendeten Gesprächen mit Scania und Investor ab, da es eine offizielle Erklärung aus Schweden nicht gebe. Wir bemühen uns weiterhin um die Zustimmung von Scania und der Aktionäre, sagte er. MAN halte am Zeitplan fest und werde aller Voraussicht nach in dieser Woche Unterlagen für ein Angebot an die Aktionäre von Scania vorlegen. Die Frist für das Angebot von 475 Kronen je Aktie soll bis Mitte Dezember dauern. Insgesamt wird Scania mit umgerechnet rund 10,3 Milliarden Euro bewertet.
Vieles hängt von VW ab
Die nächsten Schritte im Übernahmekampf von MAN und Scania hängen auch von Volkswagen ab. Der größte Aktionär beider Unternehmen will an diesem Freitag in einer Aufsichtsratssitzung über das weitere Vorgehen entscheiden. Nach der Sitzung am 15. Oktober hatte VW, wie berichtet, MAN und Scania aufgefordert, eine einvernehmliche Lösung für einen Zusammenschluß zu finden. Der Aufsichtsrat hatte damals hinzugefügt, ein Gegenangebot von Scania für MAN würde VW derzeit nicht unterstützen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, daß VW ein feindliches Angebot von MAN unterstützt. Denkbar ist aber auch eine Verlängerung der Frist, um doch noch eine freundschaftliche Vereinbarung zu finden. Ein Sprecher von VW lehnte einen Kommentar ab.
Die im Scania-Konzern vertretenen Gewerkschaften kritisieren MAN wegen Beschäftigungsgarantien. Für die 7000 Beschäftigten im Münchner Lastwagenwerk hatte das Unternehmen vereinbart, im Gegenzug für längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich bis 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Scanias Personal kann nicht allein die Folgen von Kosteneinsparungen tragen, sagte Stefan Klingberg, der Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat von Scania, der Zeitung Dagens Industri. Die Vermutung, die Produktivitätsfortschritte von MAN und Scania gingen in einem gemeinsamen Unternehmen zu Lasten der anderen Marke, sei abwegig, entgegnete ein Sprecher von MAN den Befürchtungen Klingbergs.
Text: him./F.A.Z., 15.11.2006, Nr. 266 / Seite 13
Bildmaterial: dpa
Kreditvergabe: Deutschland will Eigenkapitalregel ![]()
Heraeus Quarzglas baut 210 Stellen ab
Störfall Krümmel: Eine Zehntelsekunde zu wenig Stromspannung
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 4.651,82 | −1,20% |
| Eurostoxx 50 | 2.343,88 | −1,37% |
| Dow Jones | 8.291,77 | +0,13% |
| MDAX | 5.609,43 | −1,62% |
| Nasdaq 100 | 1.434,58 | −0,81% |
| Nikkei225 | 9.680,87 | −1,38% |
| REX | 365,96 | +0,19% |
| SDAX | 2.808,59 | −1,57% |
| S&P500 | 896,42 | −2,91% |
| TecDAX | 611,93 | −1,06% |
| Bund Future | 121,93 € | +0,30% |
| EUR/USD | 1,3961 | −0,14% |
| Gold | 932,50 $ | +0,32% |
| Rohöl Brent Crude | 64,08 $ | −1,49% |