Von Joachim Herr
03. Juli 2008 Im AUB-Skandal von Siemens hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg Anklage gegen den früheren Konzernvorstand Johannes Feldmayer und den Gründer und früheren Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), Wilhelm Schelsky, erhoben. Damit war, wie berichtet, seit einigen Monaten zu rechnen.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft kündigte für Ende dieser oder Anfang nächster Woche eine Mitteilung zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens an. Wann der Prozess beginnt, hängt vom Umfang der Beweisaufnahme ab. Die Konzepte der Verteidigung beider Angeklagten weichen stark voneinander ab, wie zu hören ist. Schelsky sitzt seit Februar 2007 im Gefängnis. Der frühere Siemens-Betriebsrat war als Berater für den Konzern tätig geblieben.
Schelsky soll Siemens ohne Gegenleistung Rechnungen gestellt haben. Der Vorwurf an Siemens lautet, die AUB als Gegenpol zur IG Metall unzulässigerweise mitfinanziert zu haben. Feldmayer hatte für Siemens Verträge mit Schelsky unterzeichnet. Sein Vertrag als Zentralvorstand von Siemens endete im September 2007. Er ist noch Mitglied im Aufsichtsrat von Infineon. Siemens fordert dem Vernehmen nach von Feldmayer und Schelsky knapp 15 Millionen Euro.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP, ddp