Druck auf ehemaligen Siemens-Chef wächst

Pierer zum Schmiergeldskandal: „Diese Vorwürfe sind falsch“

20. April 2008 Die frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat Vorwürfe gegen ihn im Schmiergeldskandal erstmals persönlich zurückgewiesen. „Diese Vorwürfe sind falsch“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Pierer bedauerte, dass er sich momentan nicht weiter äußern könne. „Ich kann mich mit Blick auf die Gespräche mit der Staatsanwaltschaft, die auf meinen Wunsch am Freitag geführt wurden und am Montag fortgesetzt werden, im Moment in der Öffentlichkeit nur begrenzt gegen Vorwürfe wehren“, sagte er.

Der Druck auf den langjährigen Siemens-Chef war in den vergangenen Tagen gestiegen. Ein Siemens-Manager soll ihn Medienberichten zufolge am Mittwoch bei der Münchner Staatsanwaltschaft belastet haben. Der Zeuge soll ausgesagt haben, dass von Pierer ihn angehalten habe, fragwürdige Provisionszahlungen für einen Großauftrag in Argentinien vorzunehmen. Als der Manager und ein Kollege Skrupel geäußert hätten, habe von Pierer gesagt, die beiden sollten sich wie „Soldaten von Siemens“ verhalten. „Den Ausspruch 'Soldaten von Siemens' habe ich nie benutzt. Das ist auch nicht meine Terminologie“, sagte von Pierer dem Blatt.

Zum Tennisspiel mit dem argentinischen Präsidenten

Zudem war demnach ein Foto aufgetaucht, das von Pierer beim Tennisspiel mit dem ehemaligen argentinischen Präsidenten Carlos Menem zeigt. Dazu sagte einstige Konzernchef der „WamS“: „Das Tennisspiel mit dem argentinischen Staatspräsidenten ist auf Wunsch des damaligen Außenministers Klaus Kinkel zustande gekommen.“



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP

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