Fußball-Übertragungsrechte

Premiere droht neue Konkurrenz

Von Marcus Theurer

Als Premiere vor zwei Jahren zeitweilig die Rechte verlor, brach der Aktienkurs heftig ein

Als Premiere vor zwei Jahren zeitweilig die Rechte verlor, brach der Aktienkurs heftig ein

23. April 2008 Dem Münchner Bezahlsender Premiere droht neue Konkurrenz bei der bevorstehenden Vergabe der Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga ab 2009. „Die Bundesliga ist ein äußerst attraktives Produkt“, sagte Markus Schmid, der Präsident des Kabelkonzerns Orion, dieser Zeitung. Orion sei zudem mit seiner Fernsehplattform für die Bundesliga „sicherlich ein interessanter Partner“. Sein Unternehmen prüfe deshalb „alle Optionen“, sagte Schmid.

Sehr positiv sei, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei der bevorstehenden Auktion Netzbetreibern wie Orion erstmals „maßgeschneiderte Rechtepakete“ anbieten wolle (siehe auch Bundesliga-Rechte: Freunde der „Sportschau“ müssen bangen. So soll es bei der nächsten Vergaberunde getrennte Rechtepakete für Satellitenempfang, die Übertragung durch große Kabelnetzbetreiber und DSL-Anbieter sowie durch kleine Kabelbetreiber, die sogenannte Netzebene vier, geben. Um Kabelkonzerne wie Unity und Kabel Deutschland (KDG) anzulocken, sollen diese zudem erstmals auch Übertragungsrechte nur für ihre Netze statt für ganz Deutschland kaufen können. Die Folge für die Zuschauer: Je nach Wohnort, Empfangsart und Netzbetreiber könnte es verschiedene Anbieter, Preise und Empfangsdecoder geben.

Der Hannover Kabelkonzern Orion, der nun Interesse an Übertragungsrechten zeigt, versorgt rund 3,2 Millionen deutsche Haushalte mit Kabelfernsehen und gehört damit zu den großen Kabelgesellschaften. Premiere hatte die Bundesligarechte schon bei der letzten Vergaberunde vor zwei Jahren zeitweilig an den Kölner Kabelkonzern Unity Media verloren. Der Aktienkurs brach daraufhin um mehr als die Hälfte ein. Inzwischen hat Premiere die Bundesliga-Rechte zurückgekauft.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

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